Titel: Künstler in Peking · von Heinz-Norbert Jocks · S. 288
Titel: Künstler in Peking , 2008

Heinz-Norbert Jocks

Cao Fei

Pekinger Tatorte: Ein Atelierrundgang

Der Kritiker Hou Hanru schrieb über Cai Fei, ihr Werk sei „spektakulär, erfrischend, brillant, ultimaltiv spaßig und dabei ein Manifest des Geistes einer lockeren Generation, die dabei sei, sich eine neue Identität zu erfinden, sich ihre eigenen individuellen, originellen und innovativen Gedanken zu machen sowie ihre eigene Lebensweise zu kreieren. In den späten 70er Jahren, nämlich 1978 in Guangzhou geboren, wuchs sie in der chinesischen Post-1989-Gesellschaft auf, die sich rasch zu einer sowohl pragmatischen als auch materialistischen, durch Urbanisierung und Konsumismus geprägten Welt wandelte.

Kulturell und künstlerisch absolut offen gegenüber allem Neuen und dabei frei von Tabus, repräsentiert diese sich von den Normen der Eltern lossagende Generation in China eine neue Form des Individualismus. Mittels neuer Medien, elektronischer Kommunikation und Pop Kultur bildet sie eine unbegrenzte „Underground“- Community. Cao Fei gehört zu diesen aufgeweckten Avantgardisten, die keine Grenzen zwischen Neuentdeckungen und Moden, zwischen Elitärem und Populärem, hoher und trivialer Kultur, zwischen Kunst und Entertainment ziehen. Anlässlich ihrer Ausstellung im Pariser „Le Plateau“ konnte man sich zuletzt von der künstlerischen Vielfalt ihres noch jungen Werks überzeugen.

Ob sie in dem frühen Video- und Fotoprojekt „Rabid Dogs“ (2002) das Aufstiegsstreben von Gleichaltrigen dadurch bloßstellte, dass sie Menschen mit geschminkten Gesichtern wie Hunde auf allen Vieren durch Büros kriechen ließ. Ob sie ihren Vater, einen in China berühmten Bildhauer, der Statuen der chinesischen Führer von Mao bis heute errichtete, interviewte, ihn bei der Arbeit begleitete und die gemeinsame Reise nach Venedig filmte. Ob sie von ihm entworfene…

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