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Ausstellungen: Amsterdam · von Thomas W. Kuhn · S. 307 - 308
Ausstellungen: Amsterdam ,

Amsterdam
Carlos Amorales

The Factory
Stedelijk Museum 23.11.2019 – 17.05.2020

von Thomas W. Kuhn

Über 14 Räume des Altbaus im ersten Stock entfaltet sich die bislang größte Werkschau von Carlos Amorales (* 1970 in Mexiko-Stadt) in Europa und nicht ganz zufällig in Amsterdam. Der multimedial arbeitende Künstler lebte hier von 1992 bis 2004 und studierte von 1992 bis 1995 an der Gerrit Rietveld Academie und war von 1996 bis 1997 Artist in Residence an der Rijksakademi van beelndede kunsten. 2003 gehörte er zu den Künstlern des niederländischen Pavillons auf der Biennale in Venedig und vertrat dort 2017 sein Heimatland.

Der Kurator der Retrospektive, Martijn van Nieuwenhuyzen, der nach seiner Berufung vom Stedelijk ans De Pont Museum in Tilburg im vergangenen Jahr in Kooperation mit Leontine Coelewij weiter an dem Projekt arbeitete, ist seit vielen Jahren mit dem Werk von Amorales vertraut. Und auch der neue Direktor des Stedelijk, Rein Wolfs, hat mehrfach in seiner Laufbahn mit Amorales zusammengearbeitet.

Das Werk des Künstlers, der mit Video, Performance, Musik, Installationen und Tafel- und Wandbildern arbeitet, ist durchzogen von ästhetischen und thematischen Bezügen zur mexikanischen Gegenwartskultur und -gesellschaft, die inhaltlich über ihren oft sehr konkreten örtlichen Bezug hinausweisen. Amorales verhandelt dabei im Wesentlichen die Frage der Identität, nicht nur des Künstlers, sondern des Individuum an sich, vor allem in der seit den 1990er Jahren virulenten Verschmelzung des Öffentlichen und des Privaten. Er beobachtet in diesem Zusammenhang nicht nur den Prozess einer kulturellpolitischen De-Kolonisation, sondern auch das, was er im Kontext der Globalisierung ökonomischer Abläufe als eine Re-Kolonisation durch…

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