Ausstellungen: Madrid · von Matthias Reichelt · S. 309
Ausstellungen: Madrid ,

Madrid

Ceija Stojka

Esto ha pasado [Das ist geschehen]

Museo Reina Sofia 22.11.2019 – 23.03.2020

von Matthias Reichelt

Der österreichischen Malerin Ceija Stojka (1933–2013) wurde postum eine große Ehre zuteil. Im November letzten Jahres eröffnete die renommierte Reina Sofia, Heimstatt des Publikumsmagnets „Guernica“ von Pablo Picasso, eine große Ausstellung mit den international noch eher unbekannten und figurativen Gemälden und Gouachen. Im Zentrum des autobiografischen Werkes steht die traumatische Geschichte der Künstlerin. Dass es den Porrajmos [Romanes: das Verschlingen], wie die Roma und Sinti den an ihnen im deutschen Namen von Nazis und Helfershelfern verübten Genozid nennen, gegeben hat, davon konnte Ceija Stojka, eine zu den Roma zählenden Lovara, detailliert berichten. Knapp war sie mit der Mutter und den meisten Geschwistern der Ermordung in Auschwitz-Birkenau entkommen, wohin sie Ende März 1943 aus Wien deportiert worden waren. Noch vor der Liquidierung des „Zigeunerlagers“ am 2. / 3.8.1944 sorgte die Mutter mit großem Glück und Geschick dafür, dass sie und die Kinder in andere Lager verfrachtet wurden. Der Vater war bereits 1943 in Hartheim ermordet worden und Ceija Stojkas kleiner Bruder Ossi überlebte Adolf Mengeles medizinische „Experimente“ nicht.

Der Ausstellungstitel Esto ha pasado [Das ist geschehen] klingt vor dem Hintergrund dieser traumatischen Geschichte wie ein Beharren auf den Tatsachen, als Strategie gegen die Leugner und Relativierer in Europa, für die die zwölf Jahre unter Hitler nichts als ein „Fliegenschiss“ in der deutschen Geschichte sind. Mit einer unbändigen Energie hat Ceija Stojka ihr Trauma von der Seele gemalt. Während die ersten Nachkriegsjahre mit Verdrängen, Familie gründen und einer neuen Existenz…

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