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Ausstellungen: Düsseldorf / Duisburg · S. 424 - 425
Ausstellungen: Düsseldorf / Duisburg , 1989

Renate Puvogel
Dani Karavan – Dialog

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg, 8.7.-27.8.1989

Mit seinem ersten Großprojekt, dem Negev Monument in Beer Sheba von 1963, hat der israelische Künstler Dani Karavan bereits weitreichende Maßstäbe gesetzt, sowohl für seine eigene künstlerische Entwicklung wie auch für die Kunstgeschichte allgemein. An seiner großräumigen, vielteiligen Architektur-Plastik hat sich noch heute insbesondere die Kunst im öffentlichen Raum zu orientieren. In dem Zusammenspiel von schwingenden Bögen, steil aufragendem Turm, gespaltenen Kuppeln und Pyramiden, orientiert an richtungweisenden Achsen, ist bereits vieles von seinem Vokabular an Formen und Figuren grundgelegt. Mit seinem sensiblen, präzisen Eingehen auf Strukturen der Wüstenlandschaft klingen Ideen der Landart an, doch diese gehen ebenso wie elementare Bausteine der Minimalart ein in ein erfindungsreiches, emotions- und traditionsgeladenes Environment unverwechselbarer Qualität. Kultisches, archaisches Formengut fließt bruchlos in seine zeitgenössische Sprache ein. Impulsgebend ist stets sein optimistisches Vertrauen, daß all seine Projekte und Auftragsarbeiten, die ihn seither quer durch Europa geführt haben, als Begegnungsstätten im Dienste von von Frieden und Versöhnung tauglich seien. Wege, Stege, Treppen, Schienen und Brücken bilden die Bewegungslinien und Begegnungszonen zwischen Monument und Turm, Pyramide und Platz.

Mit dem Titel „Dialog“ hat Dani Karavan daher in seiner Doppelausstellung nicht nur ein Thema, sondern sein Grundanliegen angesprochen. Von jeher stellt sich der 1930 in Tel Aviv geborene Künstler aus Israel der Verantwortung, in all seinen Handlungen und Arbeiten einen ganzheitlichen Dialog herbeizuführen zwischen den Menschen, zwischen Mensch und Natur, Mensch und urbaner Situation. Den Dialog begreift er als philosophische Idee, als politische Notwendigkeit, moralischen Anspruch und formale Lösung. Als Dialogpartner…


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