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Titel: Arkadien in der Krise · von Philip Ursprung · S. 132 - 141
Titel: Arkadien in der Krise ,

Das Gewicht der Land Art

von Philip Ursprung

Für Robert Smithson ist Natur nicht ein Gegebenes und scheinbar Unerschöpfliches, sondern eine Fiktion.

Geht man davon aus, dass eine Stilbezeichnung eine künstlerische Richtung abschliessend definiert, dann ist klar, was unter Land Art zu verstehen ist. Es handelt sich um eine künstlerische Richtung, die in den USA während kurzer Zeit, zwischen den späten 1960er und frühen 1970er Jahren blühte. Die Protagonistinnen und Protagonisten waren Robert Smithson, Michael Heizer, Walter De Maria, Nancy Holt, Richard Long, Charles Ross, und die Galeristin Virginia Dwan, die einen Vielzahl von Werken der Land Art um 1970 ermöglichte. Fasst man den Begriff der Land Art weiter und bezieht das ein, was ab den 1990er Jahren als Environmental Art verstanden wird, gehören dazu auch Künstlerinnen und Künstler wie Agnes Denes, Helen und Newton Harrison, Robert Morris, Peter Hutchinson, James Turrell, Hans Haacke, Jan Dibbets, Dennis Oppenheim, Andy Goldsworthy, Ana Mendieta, Mierle Laderman Uekeles, Joseph Beuys, Christo und Jeanne-Claude und einige andere.1

Land Art oder, wie es im englischen Sprachraum meistens heisst, Earth Art, sind keine geschützten Begriffe. Im Grunde darf jede künstlerische Auseinandersetzung mit dem Terrain, mit Mineralien oder dem Erdreich zur Land Art gerechnet werden. Dennoch ist es sinnvoll, die klassische Land Art der Zeit um 1970 als einen Höhepunkt der US-amerikanischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhundert zu betrachten.

Es scheint fast, als hätte die vom Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg abgebrochene Entwicklung der modernen europäischen Kunst quasi rückwirkend in den USA zu Ende geführt werden sollen. Analog des Reigens von europäischen künstlerischen…

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