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Titel: Arkadien in der Krise · von Anna Tsing · S. 124 - 131
Titel: Arkadien in der Krise ,

Feral Atlas

Eine Karte zum betrachten von Landschaften
Ein Bericht von Anna Lowenhaupt Tsing

Die mehrfach ausgezeichnete Anthropologin Anna Tsing (* 1952) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den ökologischen Herausforderungen unseres Planeten und weist dabei in ihrer Forschung darauf hin, dass die negativen Auswirkungen, die durch die Eingriffe des Menschen hervorgerufen werden, durchaus nicht von allen gleichermaßen zu verantworten sind.

In ihrem 2015 in den USA veröffentlichten Buch „Der Pilz am Ende der Welt. Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus“ (dt. 2019) geht sie den Spuren des Matsutake nach, eines wertvollen japanischen Speisepilzes, der bevorzugt auf von der Industrialisierung ruinierten Böden wächst und nach der nuklearen Katastrophe in Hiroshima das erste neue Leben war, das sich hier wieder zeigte.

Feral Atlas beobachtet die ( materiellen) Auswirkungen von Projekten, die land-, wasserund luftverändernd wirken.

Sie begibt sich in ihrem Buch auf die Suche nach Möglichkeiten des Überlebens im Anthropozän und öffnet gleichzeitig einen ganz neuen Blick auf unsere kapitalistische Gegenwart. In verschiedenen Geschichten von Pilzsammlern, Händlern und Wissenschaftlern berichtet sie über Geschichte und Verbreitung des Pilzes, erforscht Grundtendenzen der Verflechtungen und schlägt als Alternative zum herkömmlichen Fortschrittsgedanken vor, unsere Aufmerksamkeit auf die entscheidenden Aspekte des gemeinschaftlichen Überlebens zu lenken – auf Landschaften als Flickwerk, multiple statt linearer Zeitlichkeit, auf veränderliche Gefüge von Menschen und Nichtmenschen.

In dem folgenden Essay stellt Anna Tsing ihr andauerndes Projekt Feral Atlas vor, eine kollektive Untersuchung über die ungeplanten, wilden (feral) Auswirkungen menschlicher Infrastruktur, die sie gemeinsam mit Jennifer Deger, Alder Keleman Saxena und Feifei Zhou in einem sogenannten…

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