Ausstellungen: Berlin · von Peter Funken · S. 377
Ausstellungen: Berlin , 2001

Peter Funken

Der Stand der Dinge (Teil 1)

Eine von Catherine David kuratierte Gruppenausstellung

Den us-amerikanisch und euro-zentristisch dominierten Blick aufzubrechen, genaueres Wissen und neue Erkenntnisse über ästhetische und gesellschaftliche Bedingungen in der Welt zu liefern, – das war ein Anliegen Catherine Davids bei der von ihr kuratierten documenta X in Kassel. Mit „Der Stand der Dinge (Teil 1)“ – Davids erster großer Ausstellung seit der documenta – beabsichtigte die französische Kuratorin diesen Ansatz fortzusetzen, und so zeigte sie in den Ausstellungsräumen der Berliner Kunst-Werke (KW) elf Positionen, die über politische und mediale Zusammenhänge mit Schwerpunkten in Nah-Ost, Afrika und Asien informierten. Bei ihrer Ausstellung verortete die Kuratorin: „… die Realität als Konstrukt, in der Kunst, Politik oder Medien als gleichberechtigte Handlungsräume nebeneinander existieren. Entscheidend ist, die eingeschränkten Sehgewohnheiten zu überwinden und in der Ausstellung das ‚Jetzt‘ als ein Kompendium zu zeigen, das aus unendlich vielen Divergenzen und Brüchen besteht.“ (siehe „working-text“ zur Ausstellung)

Davids Ausstellung umfasste Installationen, Fotos, Videos, Dia-Projektionen und präsentierte auch Lesematerial zu politischen Themen, – genauer gesagt handelte „Der Stand der Dinge (Teil 1)“ von Immigration, Ausgrenzung, Gewalt, Grenzkonflikten und den Folgen einer globalisierten Geopolitik, von Armut und extremen Haftbedingungen in den USA. Sie fand im Rahmen der von den Kunst-Werken organisierten Reihe „Medienrealitäten“ statt, und dabei setzte Catherine David – so Ellen Blumenstein und Beate Barner im Vorwort des „working text“: “ … auf Künstler, die in ihren Arbeiten Bilder verwenden, welche durch die Medien ins kollektive Gedächtnis der Gesellschaft eindringen“. „Was soll das bedeuten?“, frage ich mich und…

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