Titel: Der homoerotische Blick · von Heinz-Norbert Jocks · S. 132
Titel: Der homoerotische Blick , 2001

From the Corner of the Eye

Rückblick auf eine Ausstellung, die den Queer-Blick durchquerte

Gespräche von Heinz-Norbert Jocks

Im Rahmen der in Amsterdam jährlich stattfindenden Gay Games, der Olympiade für Schwule und Lesben, wurde am 26.2.1998 mit einer großen, recht schrillen, bis in den frühen Morgen dauernden Party auf drei Etagen die Ausstellung From the Corner of the Eye im Stedelijk Museum eröffnet. An der Schau nahmen insgesamt 14 Künstler/Künstlerinnen aus dem In- und Ausland teil. Es ging nicht nur um den Queer-Blick, sondern auch um die Frage nach der Integration homosexueller Künstler, die nicht unbedingt homosexuelle Kunst produzieren, in den gesellschaftlichen Mainstream und um die nachhaltige Störung von Sehgewohnheiten und Geschlechterrollen. Die dabei verfolgte Absicht lässt sich auf den zitierbaren Satz reduzieren: „Wenn Homosexualität die Norm herausfordert, dann fordert diese Ausstellung die eintönige Ästhetik der Schwulen Kunst heraus.“ Der Blick aus dem Augenwinkel zeugte dabei von einer seltsamen Vorsicht, die damit begründet wurde, die Zeit sei vorbei, da Homosexuelle aus der Defensive heraus reagieren, und dafür der Moment gekommen, da die Verengung auf polarisierende Positionen keinen Sinn mehr mache. Das Spektrum gezeigter Kunst reichte von der Malerei über die Skulptur und Installation bis hin zu Fotografie und Film. Da es sich hierbei um eine der wichtigsten, auch größten und seltenen Präsentationen von Künstlern in einem Gay-Kontext handelt, führte Heinz-Norbert Jocks zwei Tage lang Gespräche mit Kuratoren und Künstlern. Heraus kam eine wenn auch unvollständige Retrospektive in Gesprächsform.

Die Kuratoren

Martin van Nieuwenhuyzen

Heinz-Norbert Jocks: Worum geht es?

Martin van Nieuwenhuyzen: Wir setzen unsere Ausstellungsreihe zur jungen,…

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