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Ausstellungen: Berlin · S. 366 - 367
Ausstellungen: Berlin , 1989

Angelika Stepken
Eberhard Bosslet

Kunstforum der Grundkreditbank, 17.3.-16.5.1989

Das „Kunstforum“ der Grundkreditbank, provisorisch als Dependance der Nationalgalerie genutzt, hat sich als Raum für aktuelle Wechselausstellungen bislang nicht bewähren können. Das mag einerseits an dem wenig akzentuierten Veranstaltungsprogramm liegen (von Jakob Mattner zu Paco Knöller, von Attersee zu Francesc Torres…), das jüngst sogar dem Immobilienmakler Klingbeil ein Intermezzo als „Künstler“ einräumen mußte – was die Nationalgalerie zwar nicht zu verantworten, offensichtlich aber zu erdulden hatte. Die geringe Anziehungskraft dieses Forums hat darüber hinaus und vermutlich in erster Linie aber mit seiner eigenen Substanz zu tun, mit der den Künstlern wie dem Publikum abverlangten Akzeptanz einer Architektur, die das Universum des Gelds mit Messing, Marmor und Grünpflanzen auskleidet, sich zur Straße hin konsumanregend mit Bistros und Boutiquen ziert und erst über dieser luxuriösen Publikums-Ebene die Geschosse von Geldverkehr und Kapitalverwaltung auftürmt. Die leere Mitte dieses Universums, das „Forum“ zu ebener Erde, dient der Kunst, wird mit Kunst bedient.

Während in den vorangegangenen Ausstellungen die Künstler dieses abgeschirmte Rund allenfalls – mit entsprechenden Bühnenumbauten – für ihre Zwecke nutzten, hatte Eberhard Bosslet den Vorteil, daß das Thema seiner Arbeit und der Ort ihrer Präsentation aus demselben Stoff sind. Obwohl nur eines der ausgestellten Werke, eben „Grundkredit“, speziell für diesen Raum als „unterstützende Maßnahme“ konstruiert zu sein scheint, geht es doch in allen seinen Arbeiten um jenen gesellschaftlichen Raum, der sich – nicht ohne Druck und Lasten – durch Technik/Technologien und Dienstleistungen (inkl. Kunst) organisiert und verwaltet. Diese allgemeinen Begrifflichkeiten, die Bosslet mit Materialien, Titeln und Konstruktionsweisen…


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