Ausstellungen: Wolfsburg/Köln · von Frank Frangenberg · S. 368
Ausstellungen: Wolfsburg/Köln , 1998

Frank Frangenberg

Fischli/Weiss

»Arbeiten im Dunkeln«

Kunstmuseum Wolfsburg, 31.1. – 3.5.1998

»Flughäfen 1988-1998«

Monika Sprüth Galerie, Köln, 28.1. – 18.4.1998

Marcel Duchamp wurde nachgesagt, seine schönste Kunst sei die Art, wie er seine Zeit verbringen würde. Die beiden Schweizer Peter Fischli und David Weiss, in Zürich geboren 1952 und 1946, verbringen ihre gemeinsame Zeit als Künstlerpaar Fischli/Weiss damit, unseren Zeitbegriff einem exakten und nachvollziehbaren Spiel mit der Maßstäblichkeit auszusetzen. Sie buchstabieren „Zeit“ in einer künstlerischen Arbeit voller Entdeckerfreude und Neugier – und mit der Zeit sind sie zu Stars der internationalen Kunstszene geworden, auf eine diskrete, leise Weise, ein Wort, das den Umgang mit ihrer Kunst als ein diskretes Geschenk an unser aller Leben, wie auch den Umgang mit ihrer eigenen Person bezeichnen könnte. Die irreführende Schlichtheit ihres Werks ist die Folge ihrer Strategie der kleinen Schritte auf einem Großen Marsch – das Wursteln im Alltag als zeitgenössischer Schöpfungsmythos. An seinem Anfang steht nicht Identität, sondern Differenz. David Weiss nennt Peter Fischli Fischli – zwei Künstler, jeder dem anderen kritische Instanz wie Garant einer vergnüglichen Gegenwart. Als Künstlerpaar entlarven sie den Mythos vom einsamen Genie. Sie bilden eine janusköpfige Existenz, Fischli und Weiss, die schwyzerdütsche gefärbte Variante: Castor und Pollux, Pat und Patachon, Bouvard und Pécuchet. Nach eigenem Bekunden hat ihnen an Gustave Flauberts „Bouvard und Pécuchet“ besonders gefallen, daß in dem Buch zwei erwachsene Männer einen Großteil ihrer Zeit damit verbringen, sinnlose Dinge zu tun. „Zeitmißbrauch“ – „Wir genießen die Freiheit, unseren Geist nach Lust und Laune schweifen zu lassen“ – vermittelt den Enkeln von…

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