Kunstforum-Gespräche · von Michael Stoeber · S. 325
Kunstforum-Gespräche ,

Für die Region. Nicht aus der Region.

Friedrich Meschede, ehemaliger Direktor der Kunsthalle Bielefeld

im Gespräch mit Michael Stoeber

Für die politische Mehrheit im Bielefelder Rathaus ist der 1955 in Lippstadt geborene Friedrich Meschede schlicht zu alt, um den anstehenden Umbau der Bielefelder Kunsthalle, einer Architekturikone von Philipp Johnson, noch zu begleiten. Deshalb hat man seinen Ende 2019 ausgelaufenen Vertrag als Direktor des Instituts nicht verlängert. Meschede, der in Bielefeld glanzvolle Ausstellungen ausgerichtet hat, denen man überregional applaudiert hat, die aber in der Stadt nicht immer auf Gegenliebe gestoßen sind, vermutet dahinter andere Motive. Über sie und über sein Leben und Wirken als Kurator hat er mit Michel Stoeber gesprochen.

Michael Stoeber: Herr Meschede, 2011 sind Sie Direktor der Kunsthalle Bielefeld geworden. Mit welchen Vorstellungen, Ideen und Plänen kamen Sie damals an das Haus?

Friedrich Meschede: Lassen Sie mich etwas ausholen, um Ihre Frage zu beantworten. 1992 wurde ich Leiter des Internationalen Programms des DAAD in Berlin. Dort herrschte nach dem Fall der Mauer eine faszinierende Atmo sphäre. So bin ich 16 Jahre lang geblieben, viel länger als ich eigentlich wollte, und habe erst einmal den Absprung an ein Museum verpasst.

Was genau war da so faszinierend?

Jeder wollte nach der Wiedervereinigung nach Berlin. Es herrschte dort eine erregende Atmosphäre des Aufbruchs und der Freiheit. Viele internationale Künstler kamen in die Stadt. Der DAAD hatte zwar eine kleine Galerie, aber wir haben auch mit den großen Kunstinstituten vor Ort zusammengearbeitet und es finanziell möglich gemacht, dass dort u. a. Douglas Gordon, Marc…

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