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Ausstellungen: Bremen · von Rainer Unruh · S. 223 - 225
Ausstellungen: Bremen ,

Bremen
Generation*: Jugend trotz(t) Krise

Kunsthalle Bremen 13.05. – 10.09.2023
von Rainer Unruh

Junge Menschen interessieren sich für Bilder. Aber oft mehr für die auf Instagram und TikTok als für die Werke, die in Museen oder Galerien hängen. Was tun? Immer mehr Häuser richten Jugendgremien ein, die Ausstellungen mitgestalten sollen. Die Staatlichen Museen zu Berlin lassen sich von der Gruppe Achtet Alis MB beraten, das Lenbachhaus in München arbeitet mit dem Kollektiv Crèmbach zusammen, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit Futur III. Als sich die Kunsthalle Bremen entschied, diesem Beispiel zu folgen, war den Verantwortlichen klar: Wir machen das nicht, um uns einen progressiven Anstrich zu verleihen. Wir machen das, um im Haupthaus eine Ausstellung zu zeigen, deren Themen und deren Werke von jungen Menschen ausgewählt werden. Jennifer Smailes und Eva Fischer-Hausdorf von der Kunsthalle verstanden sich eher als Anreger und Ermöglicher, die dem Jugendkuratorium New Perceptions (Altersobergrenze 25 Jahre) Werke vorstellten, aber sich ansonsten mehr um Logistik und Budgetierung kümmerten und inhaltlich den jungen Leuten einen großen Spielraum ließen.

Generation*: Jugend trotz(t) Krise ist entsprechend stärker von der Lebenswelt inspiriert als von der Kunstwelt. „Körperbilder“ und „Mentale Räume“ sind Schwerpunkte der Ausstellung. Den Auftakt machen zwei fotografische Positionen, die formal kaum verschiedener sein könnten. Da sind zum einen die sorgfältigen inszenierten Studioaufnahmen von Berg & Høeg (Bolette Berg und Maria Høeg) aus den Jahren 1895 – 1903. Høeg, eine Galionsfigur der norwegischen Frauenbewegung, posiert vor der Kamera mit aufgeklebtem Bart und im Herrenanzug. Ein frühes Zeugnis des Spiels mit den Geschlechterrollen, das erst…

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