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Titel: Mixed Realities. Neue Wirklichkeiten in der Kunst - 2 Mixed Realities – Einzelaspekte · von Manuel van der Veen · S. 86 - 95
Titel: Mixed Realities. Neue Wirklichkeiten in der Kunst - 2 Mixed Realities – Einzelaspekte ,
Titel: Mixed Realities. Neue Wirklichkeiten in der Kunst - 2 Mixed Realities – Einzelaspekte

passthrough

Von Portalen, Durchblicken und Übergängen zwischen den (virtuellen) Welten
Von Annette Urban, Julia Reich und Manuel van der Veen

Im Hörsaal des Tieranatomischen Theaters in Berlin wurde Ende 2022 eine Vielzahl von Übergängen präsentiert: zwischen semitransparenten Screens und der direkten Umgebung [03], zwischen Mini-LED-Displays, Panorama-Beamer-Projektionen, Webscreening, Augmented, Mixed und Virtual Reality. Obwohl in der Ausstellung The Maw Of von Rachel Rossin zwischen den einzelnen Geräten keine direkte Verbindung sichtbar war, so geisterten doch mühelos dieselben Figuren, Formen und Animationen von einer Anzeige zur nächsten. Als ob all die verschiedenen Bildträger Träger eines umfassenden Ereignisses waren, – wobei genau die Art und Weise der Übergänge dazwischen nur schwer zu begreifen war. Diese sollen im Folgenden unter dem Begriff des passthrough gefasst werden, dessen Grenzen nicht mit den damit zusammengehörigen Techniken enden. So beließ es Rossin ebenfalls nicht bei diesen installativen Übergängen, sondern demonstrierte eine ‚Anatomie‘ der Technikgeschichte. Sie führt von einem ursprünglichen Verwobensein von Technologie mit Biologie über die Körpererweiterung und -abspaltung bis hin zur Rückführung der Technik in das Innere eines zentralen Nervensystems. Ein ,Mixed-Reality-Theater‘ also, das über die genannten Screens hinaus Körper, Maschinen, Games, Apps, Codes, Mangas, Dokumentarfilme, ein Buch und die wirkliche Umgebung miteinander ins Spiel brachte.

Beim passthrough handelt es sich ursprünglich um eine Sicherheitsfunktion von VR-Brillen. Diese soll den Nutzer*innen ermöglichen, zwischen der Sicht in die virtuelle Welt und der undeutlichen Schwarz-Weiß-Durchsicht auf die wirkliche Umgebung wechseln zu können, um ungewünschte Kollisionen zu vermeiden oder den flüssigen Übergang zwischen Hier und Da, Alltag und Außergewöhnlichem zu erlauben. Die…

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