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Ausstellungen: Frankfurt a.M. · von Christian Huther · S. 346 - 347
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 2008

Christian Huther
Impressionistinnen

Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main, 22.2.-1.6.2008

Die Impressionisten zählen zu den Publikumslieblingen, aber zuweilen mag man die farb- und lichtflimmernden Bilder nicht mehr sehen. Landauf, landab kursieren Ausstellungen über Cézanne, Degas, Renoir, Pissarro, Sisley, Monet, Manet und all die anderen Männer. Männer? Ja, Frauen hatten es in der damaligen Kunstwelt schwer, fanden sie doch kaum Lehrer und durften nicht ohne Begleitung durch die Stadt flanieren oder ins Café gehen. Dennoch sollen, nach einer Schätzung der Zeitschrift „Gazette des Femmes“ von 1883, rund 3000 Frauen künstlerisch gearbeitet haben. Erstaunlich, dass dieses Thema nicht schon vor 20 Jahren von der Frauenbewegung aufgegriffen wurde. Aber nun hat es Ingrid Pfeiffer für die Frankfurter Schirn Kunsthalle getan. Und die dank der violetten Wände regelrecht strahlenden Bilder versprechen einigen Erkenntnisgewinn – und großen Genuss.

Vier der wichtigsten Impressionistinnen stellt die Schirn vor und schlägt damit ein vergessenes (oder gar von einflussreichen Wissenschaftlern wie Julius Meier-Graefe verdrängtes) Kapitel der Kunstgeschichte wieder auf: Berthe Morisot beteiligte sich an sieben der insgesamt acht Impressionisten-Ausstellungen von 1874 bis 1888 (bei der vierten Schau fehlte sie nur wegen der Geburt ihrer Tochter). Mary Cassatt und Marie Braquemond stellten vier bzw. drei Mal mit der Gruppe aus, während sich Eva Gonzalès etwas abseits hielt – wie ihr Lehrer Manet.

Am bekanntesten ist wohl Berthe Morisot, freilich als Modell für Manet, der sie in insgesamt elf Bildern als modische Parisienne verewigte. Deshalb hängt ihr noch heute fälschlich an, sie sei Manet-Schülerin gewesen. Doch die beiden malten nur gelegentlich zusammen, so dass sich gegenseitige Einflüsse finden…


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von Christian Huther

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