Ausstellungen: Köln · von Uta M. Reindl · S. 328
Ausstellungen: Köln , 2003

UTA M. REINDL

Jeroen de Rijke /Willem de Rooij

„The Point of Departure“

Galerie Daniel Buchholz, Köln, 30.10. – 7.12.2002

Spirituell und materiell, vor allem aber intelligent verschlüsselt machen Jeroen de Rijke und Willem de Rooij den sogenannten „The Point of Departure“, den Ausgangspunkt für ihre Kölner Arbeit wahrnehmbar. An das Universum als dem Ursprung allen Seins lässt die Installation in der Galerie Daniel Buchholz denken. Dort bildet eine Schwarz-Weiß-Fotografie den Orientteppich in Originalgröße ab, der von kleinen Motiven übersäht einem Sternen-Firmament gleicht. Die schlichte Holzbank davor – ein unentbehrliches Attribut der faszinierend minimalistisch und zugleich vielschichtig angelegten Installationen von De Rijke/De Rooij – lädt den Betrachter ein zu beschaulicher Kontemplation. Dies geschieht auch vor der anderen Großfotografie, die schlicht aus einer schwarzen Fläche besteht und im Zusammenspiel mit der Teppich-Reproduktion durchaus mit islamischem Ikonoklasmus assoziierbar scheint. Aber in Wirklichkeit ist das schwarze Rechteck ein Still aus dem von den beiden Niederländern produzierten Film. Schließlich ist der Film in ihrer Kunst ein ganz bedeutendes Moment, wenn sich auch De Rijke/De Rooij in erster Linie als bildende Künstler begreifen.

Der Film – im Übrigen wie die Ausstellung unter dem Titel „The Point of Departure“ – hatte im Museum Ludwig kurz vor Abschluss der Galerie-Schau seine Weltpremiere und dessen tatsächlicher Ausgangspunkt dürfte dem Zuschauer zunächst ebenso wenig sichtbar gewesen sein wie der Ausgangspunkt für eine zeichnerische Darstellung des Kreises. Die ersten Sequenzen des von dröhnendem Sound unterlegten 35 Millimeter-Films führen durch stark vergrößerte Gewebe-Fasern, sozusagen in das Innere des Teppichs, hin zu einem flächengreifenden, kreisenden Lichtpunkt, die…

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