Ausstellungen: Köln , 2000

Frank Frangenberg

Katja Davar

»no seek complete«

Galerie Otto Schweins, Köln, 21.1. – 4.3.2000

„No seek complete“ ist einer dieser ungemein poetischen Ausdrücke, die der zeitgenössischen Computersprache entstammen können. Mit diesem Urteil testen wir die Literarizität der Fehlermeldung eines Unixsystems. Katja Davar, 1968 in London geboren und seit 1991 im Rheinland lebend, zeigt mit ihrer Ausstellung bei Otto Schweins eine wunderbar intelligente künstlerische Ambivalenz als Ergebnis ihrer langjährigen Beschäftigung mit aktuellsten Computerprogrammen. Sie fächert diese auf in die drei Medien der Zeichnung, des Tafelbildes und des Videofilms. Was den Reiz der Ausstellung ausmacht ist der Umstand, dass sie in drei Medien zu verschiedenen qualitativen Lösungen kommt. Da Katja Davar sie nebeneinander stehen lässt bietet sie dem Betrachter ihrer Ausstellung eine multiple Perspektive auf das Verhältnis von menschlichem Wünschen und seinen Realisationen in der Wirklichkeit an ihrem Beispiel des Umgangs mit aktueller Computertechnologie. Kunst greift die schnellen Umsetzungen von vielversprechenden neuen Erfindungen der Technik in die Konsumindustrie der Wirtschaft an. Der Wirtschaft ist an einem kompatiblen Produkt gelegen. Also schneidet sie den möglichen Prozess der Weiterentwicklung ab. Aus diesem Grund fahren wir seit 100 Jahren in stinkenden Blechbüchsen durch die Gegend. Sie sind toll, „Picabia a grand vitesse“, aber war das Auto wirklich das, was wir wollten? Ist der Rechner wirklich das Ziel unserer Wünsche? Und wie sieht es mit den Versprechungen der Rechnerideologie aus, die virtuellen Welten, die wir im Computer erzeugen vermögen, seien der Ausdruck unseres tiefsten Wunsches Leben zu kreieren.

Aus den Faszinationen und Frustrationen der Beschäftigung mit diversen Computerprogrammen z.B. von 3D-Animationen,…

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von Frank Frangenberg

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