Nachrichtenforum · von Jürgen Raap · S. 14 - 41
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MUSEEN

Angesichts aktueller Covid-19-Maßnahmen sind in diesem Band keine Übersichtstabellen zu kommenden Veranstaltungen veröffentlicht. Des Weiteren ist zu beachten, dass alle Ausstellungsdaten ohne Gewähr sind. Für weitere Informationen bitten wir Sie die Webseiten der Institutionen zu besuchen.

Die CORONAVIRUS-PANDEMIE hat überall in Europa das kulturelle Leben zum Erliegen gebracht: Die Museen reagieren auf die zwangsweisen Schließungen ihrer Häuser derzeit verstärkt mit Online-Angeboten.

Das Kölner MUSEUM LUDWIG stellt unter den Hashtags #MondaysatLudwig und #newatludwig einzelne Werke der Sammlung und Neuankäufe vor. Neu hinzugekommen ist eine eigene Quiz-Reihe, die Themen wie die Sammlung Haubrich oder die Kunstrichtung Pop Art aufgreift. Der Ins-tagram-Kanal ,WDR3imMuseum‘ hat am Mittwochabend seine neue Video-Reihe #alleinimmuseum mit YILMAZ DZIEWIOR gestartet. Darin führt der Direktor seine Lieblingsarbeit und weitere Highlights aus der Sammlung des Museum Ludwig vor.

Auch das ZKM KARLSRUHE seine Aktivitäten von der Öffentlichkeit in den virtuellen Raum verlagert – es geht „auf Sendung“: „Mit einem wöchentlichen Programm wird das ZKM in der kommenden Zeit in den verschiedensten Formaten und, über die dem ZKM zur Verfügung stehenden Kanäle Wissenswertes zu Themen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft senden und so dazu beitragen, dass Kultur in diesen Zeiten lebendig bleibt und von zuhause aus für alle Interessierten zugänglich ist. Im Rahmen des Computerprojekts Folding@ home versucht das ZKM zurzeit im Hintergrund mithilfe von Rechnerkapazitäten die Medizin in der Forschung zum Corona-Virus zu unterstützen.
www.zkm.de

Während der aktuellen Museumsschließungen führt das MUSEUM CENTRALE FOR CONTEMPORARY ART IN BRÜSSEL über die sozialen Netzwerke in den kommenden Wochen die Kampagne #MuseumAtHome durch. Mit dieser Kampagne will die „CENTRALE“ auch die anderen Museen und Kunstzentren in Belgien und in anderen Ländern dazu ermutigen „ihre Schätze weiterhin online zu teilen.“ Auf den verschiedenen Netzwerken wie Instagram etc. werden Künstlerinterviews und ein Blick hinter die Kulissen des Ausstellungsbetriebs geboten. https://www.centrale.brussels

Mit dem Relaunch ihrer Website reagiert die KUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN-WESTFALEN „auf den digitalen Wandel im Museumsbereich“. Das Potenzial, „andere Formen der Kunsterfahrung zu ermöglichen“, wird aktuell vor allem auch durch die Corona-Krise bestimmt, durch die neue Bewegbild-Serien, Podcast-Staffeln und die Entwicklung eines multimedialen Storytelling-Tools „K+ Digital Guide“ zu den Ausstellungen auf der Website unfreiwillig eine größere Bedeutung erlangen. Mit „K+ Digital Guide“ informiert ein digitales Booklet zur laufenden Ausstellung, die derzeit physisch nicht besucht werden kann. Ein Podcast mit einer ersten Staffel in vier Folgen kann in der Mediathek nachgehört werden. Wenn auch für Schulklassen und andere Gruppen jetzt wochenlang der Museumsbesuch ausfällt, empfiehlt es sich, derlei „Vermittlungsformate aus dem Bildungsbereich digital zu nutzen. Diese werden auf der Website und den Social-Media Kanälen der Kunstsammlung laufend online abrufbar sein.“
https://www.kunstsammlung.de

Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA hat das ESSENER FOLKWANGMUSEUM zum „MUSEUM DES JAHRES“ gekürt, weil es ihm immer wieder gelingt „seine bedeutende Sammlung mit thematisch aktuellen Sonderausstellungen“ zu verbinden. Dies könne man auch bei der aktuellen Ausstellung „Der montierte Mensch“ beobachten. Durch das Engagement der Krupp-Stiftung ist der Eintritt ins Museum gratis. Zur „Ausstellung des Jahres“ wählten die AICA-Kritiker die Werkschau „PALAST DER REPUBLIK“ in der Kunsthalle Rostock. Die Ausstellung bietet diverse künstlerische Beiträge zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Abriss des Palastes. Den Titel „Besondere Ausstellung“ vergaben die Kritiker an „THE MAKING OF HUSBANDS: CHRISTINA RAMBERG IN DIALOGUE“ in den Berliner Kunst-Werken KW Institute for Contemporary Art.
https://www.aica.de/

Die RUHRFESTSPIELE IN RECKLINGHAUSEN wurden wegen der Gesundheitskrise abgesagt – die derzeitigen behördlich verordneten Theaterschließungen und Beendigungen des Probenbetriebs lassen keine Vorbereitung und Durchführung der rund 90 Produktionen zu. Eine mögliche Verschiebung der Ruhrfestspiele in den Herbst“ werde geprüft; Wie viele andere Veranstalter, so wünschen sich auch die Ausrichter, dass als Akt der Solidarität, bereits gekaufte Eintrittskarten nicht zur Erstattung des Ticketpreises zurück gegeben, sondern gespendet werden. Die Ruhrfestspiele sind das älteste und eines der größten Theaterfestivals in Europa. Sie werden seit 1965 im eigens dafür gebauten Ruhrfestspielhaus ausgerichtet.
www.ruhrfestspiele.de

Der 17. Mai ist INTERNATIONALER MUSEUMSTAG 2020. Das von ICOM-International Councils of Museums ausgerufene Motto dazu lautet „Das Museum für alle – Museen für Vielfalt und Inklusion“. Ausgerufen wurde der Aktionstag erstmals 1977 durch den internationalen Museumsrat. In Deutschland steht das Programm mir Sonderführungen, Gratiseintritt etc. unter der Schirmherrschaft des amtierenden Bundespräsidenten und „macht auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam“. Allerdings ist „aufgrund der aktuellen Lage um das Coronavirus SARS-CoV-2 (…) zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, wie sich die Situation in den deutschen Museen vor Ort bis zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2020 entwickeln wird.“ Daher lenken die beteiligten Institute „verstärkt auf digitale Angebote und Entdeckungen“.

Das KUNSTMUSEUM BASEL feiert sein 40-JÄHRIGES BESTEHEN. Seinen Betrieb nahm es im Februar 1980 auf. Ein Jubiläumsfest ist für Juni 2020 angekündigt. Das Museum geht auf eine gemeinsame Schenkung der Emanuel Hoffmann-Stiftung (EHS) und deren Gründerin Maja Sacher-Stehlin zusammen mit ihrer Familie an die Christoph Merian Stiftung zurück, die das Gebäude zur Verfügung stellt. Das Programm ist ausschließlich der Gegenwartskunst gewidmet. Als nächste Ausstellung ist ab dem 6. Juni 2020 eine Schau zum Frühwerk von Isa Genzken geplant.

Die JAMES SIMON-GALERIE AUF DER BERLINER MUSEUMSINSEL wurde mit dem Preis des Deutschen Architekturmuseums ausgezeichnet. Die Jury beurteilte das Gebäude nach Entwürfen von David Chipperfield Architects als „meisterliche Gratwanderung“ zwischen einer Einbindung in die vorhandene historische Bausubstanz und moderner Interpretation. Als Eingangsgebäude zur Museumsinsel „übernimmt die James-Simon-Galerie als neues Eingangsgebäude der Berliner Museumsinsel zentrale Servicefunktionen und leitet die Museumsbesucher über die Archäologische Promenade in die einzelnen Häuser. Die Architektursprache bedient sich vorgefundener Elemente wie gebauter Topografie, Kolonnade und Freitreppe.“ Der Unternehmer James Simon (1851–1932) war ein Förderer der Berliner Museen; u.a. übereignete er dem Ägyptischen Museum die Porträtplastik der Nofretete.

KULTURPOLITIK

Die Bundesregierung hat wegen wirtschaftlicher Einbußen durch die Corona-Krise ein HILFSPAKET FÜR SOLO-SELB-STÄNDIGE UND UNTERNEHMEN mit bis zu zehn Beschäftigten in Höhe von 40 Milliarden Euro angekündigt. Wie „DER SPIEGEL“ berichtet, sollen 10 Milliarden Euro in die Hilfe für Ein-Personen-Betriebe und Kleinunternehmen fließen. Die restlichen 30 Milliarden Euro werden als Darlehen vergeben. Kulturstaatsministerin PROF. MONIKA GRÜTTERS (CDU) erklärte, dies sei auch eine „GUTE NACHRICHT FÜR DIE KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFT“, die durch das Stornieren von Aufträgen und Absagen von Veranstaltungen besonders unter den derzeitigen Beschränkungen leiden. Bereits vorhandene Förderprogramme will Grütters an die aktuelle Situation anpassen.

Wer freischaffend künstlerisch tätig ist und nachweisen kann, dass eine Performance, ein Vortrag, ein Klangkonzert oder eine Lesung ausfallen musste und es mithin dann auch keine Gagen oder Eintrittsgelderlöse gibt, kann in NRW ein SOFORTHILFEPROGRAMM DER LAN-DESREGIERUNG in Anspruch nehmen und einen einmaligen Zuschuss bis max. 2.000 Euro beantragen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Anträge sind bei der zuständigen Bezirksregierung (d. h. Regierungspräsidenten von Köln, Düsseldorf, Münster, Arnsberg oder Detmold) zu stellen. Weitere Informationen sowie das Antragsformular:
https://www. mkw.nrw/Informationen_Corona-Virus.
https://www.mkw.nrw/presse/Soforthil-fe_Kultur_Weiterbildung

OSMAN KAVALA ist ein türkischer Unternehmer und Kunstmäzen. Seine Stiftung „Anadolu Kültür“ betreibt Kulturzentren in vernachlässigten Regionen der Türkei und fördert die kulturelle Zusammenarbeit mit Ländern der Europäischen Union. Eine Partnerorganisation ist auch die BERLINER NEUE GESELLSCHAFT FÜR BILDENDE KUNST (NGBK), die mit Kavals Stiftung und dem Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZKU) seit 2018 ein Stipendienprogramm durchführt: es ermöglicht der Istanbuler Kunstszene jährlich zwei Berlin-Aufenthalte. Kavala wurde 2017 ohne Angaben von Gründen verhaftet. Im Februar 2020 wurde er Mangels an Beweisen freigesprochen, aber wenige Stunden später erneut festgenommen: die Staatsanwaltschaft wirft ihm eine Beteiligung an dem gescheiterten Putsch gegen Erdogan 2016 vor. Es heißt, gegen die Richter, die ihn freigesprochen hätten, werde nun auch ermittelt. Das deutsche Auswärtige Amt verurteilt die erneute Inhaftierung des Bürgerrechtlers: „Wir fordern schnellstmögliche Aufklärung unter Einhaltung aller rechtsstaatlichen Standards, zu denen sich die Türkei verpflichtet hat.“ Auch die Berliner nGbK hat sich in einem Brief mit Kavala solidarisch erklärt.

Ein Sammlungsprojekt zur Stadtgeschichte führt das WIEN MUSEUM durch: „Wie werden kommende Generationen wissen, was die Corona-Krise für Wien bedeutet hat? Digitale Formate kommen und gehen – Objekte überdauern. Daher bittet das Wien Museum um „… Fotos von Dingen, die“ den „neuen privaten oder beruflichen Alltag in Zeiten von Corona begleitet“ haben. Immerhin hat es im 20. / 21. Jh. in keinem der demokratischen Länder Europas in Friedenszeiten solch massive Einschränkungen der bürgerlichen Grundrechte ergeben wie im Frühjahr 2020. Die Objekte, von denen eine Auswahl in die Sammlung des Musuems übernommen wird, können z. B. „Zettel zur Nachbarschaftshilfe im Stiegenhaus, der online ersteigerte Mundschutz, das Corona-Tagebuch…“ sein. Einzureichen sind Fotos zusammen mit einer kurzen Schilderung der Geschichte des Objekts unter: wien2020@wienmuseum.com

ARNOLD BODE (1990–1977), seit 1929 SPD-Mitglied, musste wegen seiner politischen Überzeugung am 1. Mai 1933 seine Dozentur am Städtischen Werklehrer-Seminar in Berlin aufgeben und erhielt von den Nazi-Oberen 1936 / 37 dann ein endgültiges Berufsverbot als Künstler. 1955 organisierte er in Kassel die erste DOCUMENTA. Dem „Ideenfindungszirkel“ im Umkreis Bodes, der sich „Club 53“ nannte, gehörte von Anfang an auch der Kunsthistoriker WERNER HAFTMANN (1912–1999) an. Er war zur Documenta III im Jahr 1964 neben Arnold Bode kunsthistorischer Leiter für die Thesenfindung. Pikanterweise hatte der NS-Verfolgte Bode sich unwissentlich ausgerechnet einen ehemaligen Nazi mit ins Documenta-Boot geholt: „Haftmann, der nach dem Krieg einer der entschiedensten Befürworter der abstrakten Kunst war, sei Parteimitglied gewesen und ,stellte sich immer als einfacher Wehrmachtssoldat dar, was nicht stimmte‘, gab der am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München tätige Christian Fuhrmeister nun in einem Interview zu Protokoll“. Bereits 2003 hatte der Frankfurter Kunsthistoriker Hans Aurenhammer darauf hingewiesen, dass Werner Haftmann „1939 von Friedrich Kriegbaum, dem Direktor des Florentiner Instituts, als linientreuer Nationalsozialist, SA-Mann und Parteianwärter angepriesen“ wurde. Unter den 51 Kuratoren der ersten vier Documenta-Ausstellungen ließen sich laut „Die ZEIT“ insgesamt neun ehemalige Parteimitglieder ermitteln, doch bis heute tut man sich offensichtlich schwer damit, deren braune Vergangenheit zu erforschen. „Es wollte niemand wissen“ lautet dazu die Schlagzeile in der „Süddeutschen Zeitung“, in der „KUNSTFORUM“-Autor Ingo Arend ein Interview mit Christian Fuhrmeister veröffentlichte.

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen fördert die Kunstmuseen in Nordrhein-Westfalen mit dem Programm „FORSCHUNGSVOLONTARIAT KUNSTMU-SEEN NRW“. Das Programm „umfasst in den Jahren 2020 bis 2022 insgesamt 25 Volontariate“ für die Dauer von jeweils zwei Jahren, zunächst zehn ab Frühjahr 2020 und fünfzehn Weitere ab Mitte 2020. Das Förderprojekt „bezieht sich auf die kunsthistorische Arbeit an den zumeist kommunal getragenen Museen in Nord-rhein-Westfalen und zielt auf die nachhaltige Stärkung ihrer Kernaufgaben von Sammeln und Forschen.“ Dafür stellt das Land NRW insgesamt 1,3 Mill. Euro bereit.

HOCHSCHULEN

An der AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE WIEN sind wie an alle anderen Akadmien und Hochschulen derzeit alle Ateliers und Lehrsäle geschlossen. Die Vorlesungen finden online statt und die künstlerische Produktion hat sich in die privaten Wohn- und Arbeitszimmer der Studierenden verlagert. Was dort entsteht, kann man via Internet verfolgen: Auf Instagram unter „bAU2_6“ lädt der Fachbereich Zeichnen regelmäßig sogenannte #quarantinedrawings hoch, „in denen sie die ihre Erlebnisse und Gedanken in häuslicher Distanz künstlerisch verarbeiten“. Ebenfalls auf Instagram streamen Studierende der Bühnengestaltung auf „viral_theatre“ 15-minütige Live-Peformances, Lesungen und Konzerte. Die aktuellen Termine finden sich laufend aktualisiert auf Facebook unter https://www.facebook.com/viraltheatre

YASMIL RAYMOND wird mit dem Beginn des Sommersemesters neue REKTORIN DER FRANKFURTER STÄDELSCHULE. Sie tritt die Nachfolge von Philippe Pirotte an, der seit 2014 die Hochschule leitet und Professor für Kunstgeschichte und Curatorial Studies bleibt. Raymond war seit 2015 als Associate Curator in der Abteilung für Malerei und Skulptur am Museum of Modern Art in New York tätig. Von 2009 bis 2019 war sie auch Senior Critic im Master of Fine Arts-Programm der University of Pennsylvania.

Prof. Dr. KERSTIN STUTTERHEIM wurde für fünf Jahre zur neuen REKTORIN DER KUNSTHOCHSCHULE FÜR MEDIEN KÖLN (KHM) ernannt. Sie löst ihren Vorgänger Prof. Dr. Hans Ulrich Reck ab, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Kerstin Stutterheim ist promovierte Filmund Theaterwissenschaftlerin, Filmemacherin, Dramaturgin und Autorin. Seit 2015 arbeitete sie als Professorin für Media and Cultural Studies an der Bournemouth University in Großbritannien, wo sie zudem das Research Centre for Film and TV leitete.

DAVID SCHUTTER nimmt mit Beginn des Sommersemesters eine PROFESSUR FÜR BILDENDE KUNST AN DER UDK Berlin wahr und erhält den Kunstpreis Berlin 2020 in der Sparte Bildende Kunst der Akademie der Künste. „Seine Arbeiten waren 2017 auf der documenta 14 zu sehen, darunter auch seine Auseinandersetzung mit dem „Schwabinger Kunstfund“, der Sammlung Gurlitt. In seinen Arbeiten verbindet Schutter konzeptuell wie materiell hochkomplexe Malerei mit einer intensiven, tiefen Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte.“

Mit ihrer Beteiligung am Exzellenzcluster „Matters of Activity. Image Space Material“ der HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN (HUB) kann die WEISSENSEE KUNSTHOCHSCHULE BERLIN drei Zeitprofessuren besetzen. Zwei davon nehmen bereits Karola Dierichs und Thomas Ness wahr. Karola Dierichs lehrt und forscht als Professorin für „Material and Code“ im Fachgebiet Textil- und Flächen-Design ab dem Sommersemester 2020 an der Hochschule. Ihre Forschungen konzentrieren sich auf entworfene granulare Materialien in der Architektur. Thomas Ness hat eine Stelle als Professor für „Embodied Interaction“ im Fachgebiet Produkt-Design angetreten. Als Interaction Designer, mit einer Spezialisierung auf Design-Methoden, wie „Exploration and Prototyping“ hat er in der Vergangenheit für internationale Kunden aus der Automobil- und Technologie Branche sowie für Kultur und Bildungseinrichtungen gearbeitet.

MEITAKA KENDALL-LEKKA, Professorin und Chairperson des Business Studies Department am College of Marshall Island in Majuro, ist ein Jahr lang Gast der WEISSENSEE KUNSTHOCHSCHULE BERLIN. Die Marshallinseln, einst deutsche Kolonie in Ozeanien, „sind wegen des Anstiegs des Meeresspiegels dramatisch in ihrer Existenz gefährdet. Gleichzeitig sind sie geprägt von postkolonialen gesellschaftlichen Strukturen, die sich wirtschaftlich, ökologisch und kulturell negativ auswirken. Unter anderem gehört das Bikini-Atoll zu den Marshallinseln, das infolge der US-amerikanischen Atombombentests unbewohnbar geworden ist. Meitaka Kendall-Lekka wird im Rahmen eines künstlerischen Forschungsvorhabens zu Medieninteraktion, Klimawandel, postkolonialer Partizipation und kulturellem Austausch in Weißensee lehren und arbeiten. Die Gastprofessur ist im Fachgebiet Bildhauerei angesiedelt; Professorin Kendall-Lekka wird in Kooperation mit Professor Hannes Brunner interdisziplinäre Lehr-Projekte anbieten, die unter anderem eine Zusammenarbeit zwischen Weißensee-Studierenden und jenen aus Majuro ermöglichen werden …“

PROF. DR. ANDREAS BEE hat auf eigenen Wunsch die HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE BRAUNSCHWEIG zum 31. März 2020 verlassen. Er hatte hier seit 2009 im Bereich Freie Kunst die Professur „Kunst im Diskurs / Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kunst der Gegenwart“ inne und war zudem seit 2017 als Vizepräsident für den Bereich Lehre, Studium und Professionalisierung verantwortlich.

NINA SIEVERDING übt zusammen mit Anton Rahlwes die Chefredaktion des „form Designmagazin“ aus. Sieverding absolvierte ihr Designstudium in Braunschweig und Bremen und hat jetzt als Alumna der Hochschule für Künste Bremen die Redaktionsleitung einer der führenden internationalen Designzeitschriften übernommen.
https://www.hfk-bremen.de

BIENNALEN

Angesichts der Situation im Zusammenhang mit dem COVID-19-Virus und der Ankündigung der französischen Regierung der Schliessung der Grenzen und des nationalen Lockdowns hat die Direktorin der MANIFESTA, Hedwig Fijen – zusammen mit den Vorstandsmitgliedern der Manifesta 13 Marseille und in enger Abstimmung mit der Stadt Marseille – beschlossen, die 13. Ausgabe der Biennale zu verschieben, deren Eröffnung ursprünglich für Anfang Juni geplant war. Mitte April hofft man die neuen Termine bekannt geben zu können. Die beiden Projekträume in Marseille (Espace Manifesta 13 und Tiers QG) sind vorübergehend geschlossen und alle öffentlichen Veranstaltungen einschließlich der Workshops von Le Tour de Tous les Possibles sind verschoben.
www.manifesta13.org

Die 11. BERLIN BIENNALE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST wird von María Berríos, Renata Cervetto, Lisette Lagnado und Agustín Pérez Rubio kuratiert. Sie war bei Redaktionsschluss noch für den Zeitraum 13. Juni bis 13. September 2020 angekündigt: Als Ausstellungsorte sind diese Locations avisiert: das KW Institute for Contemporary Art in der Auguststraße, das die Berlin Biennale schon seit 1998 regelmäßig bespielt hat, außerdem die daad—Galerie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Gropiusbau, der ursprünglich als Kunstgewerbemuseum diente und heute „als offener Rahmen für den Umgang mit verschiedensten künstlerischen Praxen“, dient sowie die Räume bei ExRotaprint. Dieses „Mieterprojekt“ ist Modell für eine Stadtentwicklung, die Profit mit Eigentum ausschließt und einen heterogenen, offenen Ort für alle gesellschaftlichen Gruppen schafft. Das ehemalige Produktionsgelände der Druckmaschinenfabrik Rotaprint AG mit seinen Gebäuden aus den 1950er-Jahren liegt im Berliner Ortsteil Wedding.“ Infos: www.11.berlinbiennale.de

Die ARCHITEKTURBIENNALE VON VENEDIG soll nach einer TERMINVERSCHIEBUNG nunmehr vom 29. August bis zum 29. November 2020 ausgerichtet werden. Der Kurator HASHIM SARKIS hat ein Programm zum Titel „How will we live together?“ zusammengestellt. Bei der offiziellen Präsentation dieses Programms aus Venedig via Streaming erläuterte Biennale-Präsident Paolo Barrata, die Architektur unterstütze uns dabei, als Individuen bewusster und im zivilgesellschaftlichen Sinne Bürger zu werden und nicht nur Konsumenten zu bleiben. Die Ausstellung ist in Venedig zwischen den Arsenalen und dem zentralen Pavillon an den Giardini angesiedelt, unterteilt in fünf Bereiche, wobei im Außenbereich auch monumentale Installationen zu sehen sind. Ein spezieller Sektor „How will we play together?“ widmet sich in der 5 km von Venedig entfernten Festung Forte Marghera Orten, an denen Kinder spielen können – mit Beiträgen von fünf Architekten und einem Fotografen. 63 Nationen beteiligen sich mit Auftritten in den Länderpavillons. Mehr Infos auf der offiziellen Website www.labiennale.org

Weil auch sie wegen der Coronakrise vorübergehend schließen musste, bietet die BIENNALE FÜR AKTUELLE FOTOGRAFIE einen VIRTUELLEN RUNDGANG an. Alle Ausstellungshäuser können bis zur Aufhebung der behördlichen Verfügungen jetzt digital besucht werden. Auch die Dialogreihe „Fotografie & Wissenschaft“ wird bis auf weiteres abgesagt. Alle bisherigen Gespräche wurden aufgezeichnet und werden neben der Auftaktveranstaltung mit Anton Corbijn und Robin Curtis, die bereits auf dem youtu-be-Kanal der Universität Heidelberg zu sehen ist, zur Verfügung gestellt. www. youtube.com / watch?v=IAXY3HO3LBY). Zur Biennale siehe auch die Rezension in diesem Band auf Seite 300. www. biennale fotografie.de

Die RIBOCA RIGA – INTERNATIONAL BIENNIAL of Contemporary Art, die eigentlich am 16. Mai 2020 starten sollte, wurde auch verschoben. Ein neuer Termin wird in Kürze bekannt gegeben. Rebecca Lamarche-Vadel ist als Chefkuratorin dazu berufen worden. Sie war bis 2019 Kuratorin am Palais de Tokyo in Paris; zu ihren wichtigsten Ausstellungen zählt man „ON AIR“ mit Tomás Saraceno. Inhaltlich knüpft diese Biennale an die Vorläuferveranstaltung an, d. h. mit einem Fokus auf Europa und gleichzeitig auf die regionale Kunst in den baltischen Staaten und deren Geschichte. Ihr Titel lautet „and suddenly it all blossoms“ (Und plötzlich blüht alles). www.rigabiennial.com

Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1949 hat sich in SONSBEEK, einem großen Park in Arnhem (Niederlande), eine wegweisende Ausstellung für Kunst im öffentlichen Raum im internationalen Kalender fest etabliert, Ein neues Format deckt nun einen Zeitraum von vier Jahren ab, geplant ist vom 5. Juni bis zum 13. September 2020 und danach weiter bis zum Jahr 2024. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von BONAVENTURE SOH BEJENG NDIKUNG und seinem Team der Co-Kuratoren Antonia Alampi, Amal Alhaag, Zippora Elders, Aude Christel Mbga und Vincent van Velsen. Neuer Generaldirektor der Sonsbeek Foundation ist Steven van Teeseling. Das neue Zeitfenster zielt darauf ab, die traditionelle künstlerische Praxis im Zusammenhang mit großen Kunstausstellungen zu verlangsamen, um eine langfristige wechselseitige Beziehung zu Künstlern, Institutionen, Orten und Publikum zu erreichen.“

Inhaltlich konzentriert sich die aktuelle kuratorische Arbeit auf das Themenfeld „FORCE TIMES DISTANCE – ÜBER ARBEIT UND IHRE SCHALLÖKOLOGI-EN“. Es geht „um das Thema Arbeit, seine Bedingungen und Rechte in Bezug auf unterschiedliche Zeiten und geokulturelle Räume.
www.sonsbeek.org

SAM BARDAOUIL UND TILL FELLRATH kuratieren die 16. BIENNALE DE LYON, die vom September 2021 bis zum Januar 2022 ausgerichtet werden wird. Bardaouil und Fellrath sind Mitbegründer der kuratorischen Plattform Art Reoriented mit Sitz in München und New York. 2013 kuratierten sie auf der Biennale von Venedig den libanesischen Pavillon. Außerdem sind beide seit 2016 im Vorstand der „Montblanc Cultural Foundation“ in Hamburg. Die Biennale de Lyon besteht seit 1991; bei der letzten Ausgabe 2019 wurden 280.000 Besucher gezählt.
www.labiennaledelyon.com

JAKOB LENA KNEBL UND ASHLEY HANS SCHEIRL vertreten ÖSTERREICH auf der nächsten BIENNALE VON VENE-DIG 2021. Knebl ist Senior Artist an der Wiener Akademie der Künste, Scheirl nimmt dort eine Professur für kontextuelle Malerei wahr. Als Kuratorin fungiert Mumok-Direktorin Karola Kraus. Jakob Lena Knebl wurde 1970 in Baden geboren. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste bei Heimo Zobernig textuelle Bildhauerei und bei Raf Simons an der Modeklasse der Universität für angewandte Kunst Wien. Von einigen Jahren ersetzte sie ihren Taufnamen im Sinne ihres Spiels mit Identität und Geschlecht durch die Vornamen ihrer Großeltern. Ashley Hans Scheirl wurde 1956 in Salzburg geboren und ist eine österreichische Transgender-Malerin, Konzept-, Mixed Media- und Performance-Künstlerin. Von 1966 bis 1974 besuchte Ashley Hans Scheirl das Bundesgymnasium für Mädchen in Salzburg. Anschließend studierte sie an der Akademie der bildenden Künste Wien. 1980 schloss sie ihr Studium mit dem Diplom in Konservierung und Restaurierung ab. Die österreichische Biennale-Teilnahme wurde erstmals über eine Ausschreibung mit anschließender Juryauswahl und in Abstimmung mit der Politik entschieden.

MELANIE BONAJO wurde ausgewählt, auf der BIENNALE VON VENEDIG 2021 die NIEDERLANDE zu repräsentieren. Die Stiftung Mondriaan Fund, die für die Organisation der Biennale-Teilnahme zuständig ist, entschloss sich, 2021 nicht den Rietveld-Pavillon zu bespielen, sondern diesmal einen Austragungsort außerhalb der Giradini zu suchen. Daher entschied man sich, den niederländischen Beitrag in der Chiesetta della Misericordia zu zeigen, einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert im Stadtbezirk Cannaregio. Fund-Direktor Eelco van der Lingen: „Wir wollen aus der Komfortzone heraus“.

Die Performance-und Videokünstlerin PILVI TAKALA präsentiert den FINNISCHEN PAVILLON AUF DER BIENNALE VON VENEDIG 2021. Kuratiert wird das Projekt von Christina Li. Ihre Videos dokumentieren performative Interventionen, in denen sie die sozialen Strukturen bestimmter Communities erforscht, und wie die Regeln, nach denen solche Gemeinschaften funktionieren, gestört werden können.

MESSEN

Noch sind die desaströsen Folgen für die Wirtschaft nicht absehbar, die ein weltweit wochenlanger Stillstand wegen der Coranavirus-Krise mit sich bringt. Die Verlegung der ART COLOGNE in den Herbst (19.–22. Nov. 2020) fällt in eine Zeit, in der es im Messeterminkalender eng wird – das Berliner Art Weekend, die Londoner Frieze Art Fair, die Pariser FIAC und ihre Satellitenmessen beherrschen die Szene. Genau deswegen war die Art Cologne vor über einem Jahrzehnt ins Frühjahr ausgewichen. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ findet Art Cologne-Direktor Daniel Hug den jetzigen Herbsttermin trotzdem „gut: In der betreffenden Woche gibt es keine andere internationale Veranstaltung des Kunstmarkts, und wir liegen dann zehn Tage vor der Art Basel Miami Beach.“ Der weltweite Börsencrash in diesem Frühjahr lässt Hug nicht um gute Geschäfte für die Galerien fürchten: auf der Art Cologne gäbe es „experimentelle junge Kunst für 5.000 bis 10.000 Euro“. Der Markt für „spekulative und teure Kunst“ sei „ohnehin sehr klein“, weltweit umfasse er nur etwa 500 Sammler: „Diese Menschen sind so reich, die werden nicht alle pleite gehen“.
www.artcologne.de

Das für Mai geplante GALLERY WEEKEND BERLIN wird mit Blick auf die Corona-Krise komplett auf den Herbst verschoben. In Absprache mit den teilnehmenden Galerien wird die Präsentation überwiegend zeitgenössischer Kunst auf das Wochenende vom 11. bis 13. September verlegt. Einige der Galerien planen, ihre angekündigten Ausstellungen dennoch im Mai zeigen. Das Gallery Weekend wird dann zeitgleich zur Berlin Art Week (9. bis 13. September) durchgeführt werden, die Ausstellungen in den Berliner Institutionen zusammenbringt.
www.gallery-weekend-berlin.de

Lange wurde spekuliert, nun ist es gewiss: nachdem die ART BASEL HONGKONG aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt werden musste, hat nun auch die für Juni angekündigte Muttermesse ART BASEL ihre Verschiebung in den September verkündet: neuer Austragungstermin ist der 17.–20. September (Preview: 15.–16. September 2020), stattfinden wird sie wie gewohnt in den Baseler Messehallen. Diese „hochkomplexe Entscheidung“ und genaue Beobachtung der sich entwickelnden Situation seien notwendig, um die Gesundheit der Aussteller, Partner, Mitarbeitern sowie Besuchern zu sichern. Pressechef Marc Spiegler erklärte hierzu in einem offiziellen Statement: „Wir hoffen, dass sich die Situation schnell verbessert, und wir werden eng mit unseren Ausstellern zusammenarbeiten, um eine erfolgreiche Messe im September zu ermöglichen“. Bis zum Herbst soll zudem der Internetauftritt hinsichtlich Online Viewing Rooms ausgebaut werden, die bereits jetzt den vom Ausfall der Art Basel Hongkong betroffenen Galerien als Ausgleich zur Verfügung gestellt wurden. In der Schweiz, dem Land, das in Relation zur Bevölkerungszahl die derzeit weltweit höchste Zahl an Corona-Infektionen aufweist, herrscht aktuell wie fast überall in Europa ein striktes Versammlungsverbot.

Die New Yorker Kunstmesse THE ARMORY SHOW findet ab 2021 im September statt und nicht mehr wie bisher im Frühjahr. Austragungsort ist dann das Javits Center, das kürzlich für 1,5 Milliarden Dollar baulich erweitert wurde. Parallel zum Messetermin 9. bis 12. September 2021 wollen die Organisatoren sich an eine neue Art Week in New York anbinden: an diesen Tagen eröffnen auch die lokalen Galerien die Herbstsaison.
www.the armoryshow.com

Die PAPER POSITIONS BERLIN wird auf den 10.–13. September 2020 verschoben. 58 Stände präsentieren zeitgenössische und moderne Kunst zum Thema Zeichnung und dem Medium Papier. Veranstaltungsort ist der Lichthof der Deutschen Telekom Hauptstadtrepräsentanz. U.a. nehmen die Galerien Alexander Ochs Private Berlin, Biesenbach (Köln), Poll (Berlin), Michael Haas (Berlin), Jarmuschek und Partner (Berlin), Heike Strelow (Frankfurt / Main), Kudlek (Köln), Kuckei + Kuckei (Berlin) , Thole Rotermund Kunsthandel (Hamburg) und Renate Bender (München) teil.
www.paperpositions.com/berlin

Die PHOTO LONDON wird im Kulturzentrum Somerset House ausgerichtet; für das Programm verantwortlich ist als künstlerischer Direktor seit 2019 Robert van der Lee, einer der Gründer der Fotomesse Unseen Amsterdam. Ursprünglich sollte die Messe im Mai stattfinden; jetzt wird sie in den Herbst 2020 verschoben. Das Teilnehmerfeld umfasst ca. 100 Galerien, die Fotokunst präsentieren, von etablierten Fotografen wie von aufstrebenden jüngeren Künstlern. Begleitet werden deren Ausstellungen von Vorträgen über Fototechnik, Bildinterpretation oder Fotophilosophie.
www.photolondon.org

Die TEFAF NEW YORK verschiebt die bevorstehende TEFAF New York Spring 2020 mit dem Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst & Design, die ursprünglich vom 8. bis 11. Mai 2020 im Park Avenue Armory geplant war. Der neue Termin für diese Messe ist der 31. Oktober–4. November 2020.
www.tefaf.com.

GALERIEN

Die derzeitigen Schliessungen verhindern Besuche in Galerien. Wenn daher der physische Showroom vor Ort geschlossen bleiben muss, weichen GALERIEN AUF VIRTUEL-LE RÄUME aus: So der Berliner JOHANN KÖNIG, der auf Instagram zu virtuellen Rundgängen durch seine Galerie einlädt. Anschließend kann man Fragen an die beteiligten Künstler wie Elmgreen und Dragset und an den Galeristen stellen ( https://www.instagram.com/johann.koenig/ ).

Auch die Kölner Galeristin PRISKA PASQUER gibt bekannt: „Wir erstellen kurze Online-Talks auf Instagram und Facebook und planen weitere Future Talks mit unseren Künstlern und Gästen im ONLINE-ONLY-Format. Unsere aktuelle Ausstellung kann in 3D besucht werden.“ Die Berliner Galeristin TANJA WAGNER kuratiert auf ihrer Internetseite ein Videoprogramm; den Anfang machen bis zum 15. April 2020 Filme von Anna Witt ( https://tanjawagner.com/news/2020-art-in-quarantine/ ).

Es gäbe „keine Planungssicherheit“, ob der Hangar auf dem Tempelhofgelände auch 2020 für eine Kunstmesse zur Verfügung stünde. Mit dieser Begründung stieg kürzlich die Koelnmesse als Partner der MESSE ART BERLIN aus. „Die fehlende Unterstützung durch das Land beklagen aber nicht nur Gerald Böse, vorsitzender Geschäftsführer der Kölner Messe, und Daniel Hug, der als Direktor der Art Cologne das Engagement in Berlin einfädelte, sondern auch die hier ansässigen Galerien“, schrieb die „taz“. „Mangelnde Wirtschaftsförderung“ sei ein Wettbewerbsnachteil für den Berliner Kunsthandel, so beschwerten sich die örtlichen Galerien. Diese Kritik richtet sich vor allem an die Adresse von Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Des GALERIENSTANDORTS BERLIN will sich daher nun verstärkt Ramona Pops Senatskollege Klaus Lederer annehmen, der für die Kultur zuständig ist. Allerdings musste wegen der Corona-Krise das GALERIEN-WEEKEND Ende April 2020 abgesagt werden. So bildet die Art Week im Herbst derzeit den einzigen Schwerpunkt; sie möchte Lederer nicht nur erhalten, sondern sogar ausbauen, obwohl die Art Berlin „bis auf weiteres“ eingestellt wurde und jetzt nur die „Positions“ in Berlin als einzige Kunstmesse mit internationaler Ausstrahlung übrig bleibt. Dabei setzt Klaus Lederer auf eine „große thematische Ausstellung“, um die Attraktivität dieser Kunstwoche zu erhalten. Ob er damit tatsächlich wieder jene 120.000 Besucher anlockt, die im vergangenen Jahr zur Art Week kamen, wird man sehen.

1990 gründete Christian Nagel eine Galerie in Köln mit Dependancen in Berlin und München. 2009 schlossen sich Saskia Draxler und Christian Nagel als Partner der Galerie zusammen und firmieren seit 2013 unter dem Namen GALERIE NAGEL DRAXLER. Da wegen der aktuellen Gesundheitskrise keine öffentlichen Ausstellungen oder Empfänge möglich sind, findet das 30jährige Galeriejubiläum virtuell statt. Texte aus der Erinnerung von Christian Nagel und Fotomaterial, in den 1990er Jahren noch als Ektachrome archiviert, können virtuell via Instagram unter #30yearsofnageldraxler aufgerufen werden.

Es sei nicht möglich, „die Zukunft der Galerie langfristig zu sichern“. Mit diesen Worten begründet der britische Kunsthändler Harry Blain die Entscheidung, die GALERIE BLAIN|SOUTHERN aufzugeben, und zwar an allen Standorten in London, New York und Berlin. Zusammen mit Graham Southern hatte Blain 2002 die Galerie „Haunch of Venison“ gegründet, die auch schon eine Dependance in Berlin hatte. 2010 begannen die beiden, unter dem Label Blain|Southern aufzutreten und richteten 2011 in Berlin eine Filiale in einer ehemaligen Druckerei ein, wo die Räumlichkeiten die Möglichkeit zu Einzelausstellungen mit teils monumentalen Installationen boten.

Wolfgang und Dr. Christa Häusler haben zum 1. März 2020 ihre Münchener GALERIE HÄUSLER CONTEMPORARY ihrem langjährigen Direktor Max Goelitz übergeben. Die Galerie ist in der Maximilianstraße ansässig und prägt seit fast dreißig Jahren die örtliche Galerienszene wesentlich mit. Der Leitungswechsel bedeutet für das Ehepaar Häusler jedoch keinen kompletten Rückzug: „Wolfgang Häusler wird mit Häusler Contemporary München als Private Sales Office und Schwerpunkt auf Projekten des USamerikanischen Künstlers James Turrell auch in Zukunft aktiv sein und die Galerie Häusler Contemporary Zürich weiterführen.“

PERSONALIEN

TIMM ULRICHS wurde 80 Jahre alt. Ein Architekturstudium hatte er 1966 nach dem Vordiplom abgebrochen, machte stattdessen als freier Künstler von sich reden: Bereits 1959 / 1961 gründete er eine „Werbezentrale für Totalkunst und Banalismus“, nannte sich fortan „Totalkünstler“ und „Ideenkünstler“, erklärte sich selbst „zum ersten lebenden Kunstwerk“ und organisierte „Selbstausstellungen“. Es waren die wilden 1960er Jahre mit ihrem Willen nach Aufbrechen konventioneller Methoden des Kunstmachens, die sein Werk nachhaltig prägten. 1969 bot er in seiner „Kunstpraxis“ „Sprechstunden nach Vereinbarung“ an. Kommerziell konnte man damit keinen Erfolg haben: von 1972 bis 2005 war er Professor für Bildhauerei und Totalkunst an der Kunstakademie Münster; er sponsere sich und seine Projekte mit seinem Professorengehalt, erklärte Ulrichs in einem Interview. Am bekanntesten ist wohl sein Performance-Auftritt auf dem Kölner Kunstmarkt 1975 mit Blindenstock, dunkler Brille und dem Text: „Ich kann keine Kunst mehr sehen“

ULAY, eigentlich Frank Uwe Laysiepen, starb im Alter von 76 Jahren. Er besuchte die Kölner Werkschulen und wurde als wichtiger Vertreter der Performancekunst bekannt, als er ab 1976 mit seiner damaligen Partnerin Marina Abramović zusammen auftrat. 1988 trennten sich die beiden beruflich und privat mit einer Performance auf der Chinesischen Mauer. Auch in seinen anschließenden Solo-Performances ging es Ulay immer um ein Beziehungsgeflecht zwischen Körper, Raum und Gesellschaft. Schlagzeilen machte Ulay 1976, als er in Berlin aus der Neuen Nationalgalerie Carl Spitzwegs Bild „Der arme Poet“ stahl und vorübergehend im Wohnzimmer einer türkischen Gastarbeiterfamilie aufhing. 1982 und 1986 nahm er an der Kasseler Documenta teil. Von 1999 bis 2004 war er Professor an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung.

GÜNTHER UECKER wurde 90 Jahre alt. Bekannt wurde er durch seine Nagelreliefs, die auch jetzt auf dem Kunstmarkt kontinuierlich im hochpreisigen Segment gehandelt werden. Er siedelte 1953 aus der DDR nach West-Berlin über, setzte sein Kunststudium dann ab 1955 in Düsseldorf bei Otto Pankok fort. 1961 wurde er Mitglied der Künstlergruppe ZERO, vertrat zusammen mit Thomas Lenk, Heinz Mack und Georg Karl Pfahler die Bundesrepublik Deutschland 1970 auf der Biennale von Venedig und war von 1974 bis 1996 Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. 2015 erhielt er den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

ANSELM KIEFER wurde 75 Jahre alt. Dazu gratulierte ihm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Kiefer nahm dreimal an der Kasseler Documenta teil, nämlich 1977, 1982 und 1987 und bespielte 1980 den deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig. In seinem Frühwerk benutzte er oft scheinbar wertlose Materialien wie Asche und Blei; inhaltlich waren seine Arbeiten durch eine Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte geprägt. In seinem späteren Werk erweiterte Anselm Kiefer seine Ikonografie auf die Mythen ägyptischer und orientalischer Kulturen, auch auf den jüdisch-christlichen Kulturkreis und auf Kosmologien.

DANIEL SPOERRI feierte seinen 90. Geburtstag. Geboren und aufgewachsen ist er in Galati / Rumänien, bis seine Mutter mit ihm und seinen Geschwistern 1942 in die Schweiz fliehen musste. Er studierte klassischen Tanz und Pantomime, war am Stadttheater Bern Solo-Tänzer und 1957 am Landestheater Darmstadt Regieassistent. 1959 zog er nach Paris, Dort gründete er die Edition MAT für Multiples; und um 1960 entstanden auch die ersten Fallenbilder; bei der wie in einer Falle ein Stück Realität gefangen und quasi eingefroren wird – oft bestehen diese Fallenbilder aus abgegessenen Tellern und Resten einer Mahlzeit am Ende eines Banketts. 1960 war Spoerri zudem Gründungsmitglied der Pariser Künstlergruppe „Nouveau Réalistes“. 1968 eröffnete er zusammen mit Carlo Schröter ein Eat Art-Restaurant in Düsseldorf.

JAMES BROWN, US-amerikanischer Maler, Bildhauer und Grafiker, starb im Alter von 68 Jahren. In seinem malerischen Werk verbinden sich gestische Abstraktion mit figürlichen Bildzeichen, wobei Einflüsse regionaler Volks- und Stammeskunst und Elementen der Klassischen Moderne einfließen. In Mexiko hatte er zusammen mit seiner Frau Teppiche und Künstlerbücher nach traditionellen Produktionsverfahren hergestellt. Beide kamen bei einem Autounfall ums Leben.

KATHRIN BENTELE, LÉON KRUIJSWIJK, DR. CLÉMENTINE DELISS UND NADIM SAMMAN erweitern das kuratorische Team des BERLINER KW INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART. Kathrin Bentele war schon 2019 Assistenzkuratorin am KW. Léon Kruijswijk kam 2018 mit Unterstützung des Mondriaan Fonds als Curatorial Fellow zu den KW und ist nun auch offiziell Assistenzkurator. Dr. Clémentine Deliss ist derzeit Gastprofessorin für Theorie und Geschichte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Nadim Samman wurde zum Kurator für den digitalen Raum ernannt. Sie ergänzen das kuratorische Team um Krist Gruijthuijsen als Direktor und Chefkurator, dem außerdem Anna Gritz und Mason Leaver-Yap angehören. „Seit ihrer Gründung widmen sich die KW durch die Produktion, Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst zentralen Fragen unserer Gegenwart, indem sie aktuelle gesellschaftliche Veränderungsprozesse kritisch untersuchen.“

KAROLA KRAUS, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Wiener mumok, und CORNELIA LAMPRECHTER, wirtschaftliche Geschäftsführerin eben dort, wurden auf diesen Posten für weitere fünf Jahre bestätigt. Dass sie dem Vorschlag der Auswahlkommission folgte, begründete Staatssekretärin Ulrike Lunacek damit, dass Karola Kraus „in den letzten Jahren bewiesen“ habe, „gemeinsam mit der wirtschaftlichen Geschäftsführerin, das Museum trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen erfolgreich“ zu führen.

BAZON BROCK hat seinen Vorlass dem Documenta-Archiv in Kassel übereignet. Brock „hat u. a. die „Besucherschulen“ der documenta begründet und damit die Vermittlung zeitgenössischer Kunst als kritische eigenständige Praxis mit übergeordneten kulturellen Zielen etabliert. Er umfasst u.a. Siebdrucke, Korrespondenzen, Dias, Fotos, Lehrmaterialien, Bildund Tonmaterial, Publikationen, Presseausschnitte, Kunstobjekte, digitale Daten sowie 2.000 Titel seiner Bibliothek mit Anmerkungen und Verweisen, die Einblick in seine Arbeitsweise ermöglichen. Die Erschließung des Konvoluts wird durch eine Spende von Hubert Burda unterstützt.

NAV HAQ ist am M HKA – museum voor hedendaagse kunst antwerpen jetzt Associate Director (stellvertretender Direktor). Anne-Claire Schmitz und Joanna Zielińska wurden zu Senior Curatoren ernannt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die flämische Regierung dem Museum ein neues Gebäude zur Verfügung stellen will, das 2027 seinen Betrieb aufnehmen soll. Sich in den kommenden Jahren darum zu kümmern, ist vor allem die Aufgabe des Generaldirektors Bart De Baere. Derzeit ist das Museum noch in einem alten Getreidespeicher unweit der Schelde untergebracht, allerdings mit einer Infrastruktur, die heute 35 Jahre nach der Inbetriebnahme nicht als mehr zeitgemäß gilt.

ANNETTE MAECHTEL übernahm die Geschäftsführung bei der Berliner neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK). Seit 2002 ist Annette Maechtel Mitglied in der nGbK und arbeitete in den Projektgruppen „Kunst im Untergrund“ (2002– 2006), „Formate des Wir“ (2013) sowie verschiedenen Gremien im Verein.

KLAUS-DIETER LEHMANN, Präsident des Goethe-Instituts, feierte seinen 80. Geburtstag. Mit der Wiedervereinigung führte er 1990 die Deutsche Bücherei Leipzig und die Deutsche Bibliothek Frankfurt zur Deutschen Nationalbibliothek zusammen. Von 1998 bis 2008 hatte er das Amt des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin inne. Aktuell positioniert sich Klaus-Dieter Lehmann in Reden und Interviews insbesondere gegen das Erstarken von Nationalismus, Rassismus und Abschottung in Deutschland, Europa und der Welt.

ALBERT UDERZO, Zeichner, starb im Alter von 92 Jahren. Zusammen mit René Goscinny hatte er 1959 die Comic-Figuren Asterix und Obelix erfunden. Goscinny schrieb die Geschichten, Uderzo illustrierte sie. Bis 1974 erschienen die Comics in der Jugendzeitschrift „Pilote“, ab 1978 dann auch in separaten Alben. In Deutschland erschienen die Geschichten ab 1968 im EHAPA-Verlag. Nach dem Tod seines Partners Goscinny 1977 produzierte Uderzo neue Storys allein weiter. Zuletzt veröffentlichte er 2015 im Alter von 87 Jahren eine Zeichnung nach dem Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“, in der sich Asterix und Obelix in Trauer verneigen.

PREISE

EMMA TALBOT gewann den MAX MARA ART PRIZE, der an Künstlerinnen vergeben wird, die noch keine größere Einzelausstellung hatten. Talbot wird einen sechsmonatigen Aufenthalt in Italien verbringen und dort eine Arbeit entwickeln, die anschließend in der Whitechapel Gallery London und dann in Italien in der Collezione Maramotti, Reggio Emilia präsentiert wird. Ihre Installationen und Skulpturen sind als raumgreifende Zeichnungen mit schwunghaften Linien und signalhafter Farbgebung angelegt.

ALFREDO JAAR wurde für en Foto-grafie-Preis 2020 der schwedischen HASSELBLAD-STIFTUNG ausgewählt (1 Mill. schwedische Kronen = ca. 94.000 Euro). Die Auszeichnung würdigt „seine Erkundungen komplexer sozialpolitischer Angelegenheiten. Mit seinen ruhigen und meditativen Arbeiten richte er den Blick auf humanitäre Katastrophen, militärische Konflikte, politische Korruption und wirtschaftliche Ungleichheit in aller Welt“.

JANET CARDIFF UND GEORGE BURES MILLER nehmen am 20. September 2020 den WILHELM-LEHMBRUCK-PREIS der Stadt Duisburg und des Landschaftsverbandes Rheinland entgegen. Die Auszeichnung würdigt das Lebenswerk des in Kanada und Deutschland lebenden Künstlerduos. Bekannt wurden sie u.a. mit ihren „Hörspaziergängen“ im öffentlichen Stadtraum. An die Preisverleihung schließt sich später eine Ausstellung von November 2021 bis April 2022 an.

GABY UND WILHELM SCHÜRMANN erhalten den ART COLOGNE-PREIS 2020. Damit ehren die Koelnmesse und der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler das über 45 Jahre lange Wirken des Sammlerpaares, das sich bereits in den 1970er Jahren einen Namen im Kunstbetrieb machte. Den ADKV-ART Cologne Preis für Kunstvereine erhält die Halle für Kunst in Lüneburg, während den diesjährigen Preis für Kunstkritik Noemi Smolik verliehen bekommt. Smolik, die u.a. auch für das KUNSTFORUM publiziert, „arbeitet seit vielen Jahren an der Aufarbeitung der osteuropäischen und russischen Kunstgeschichte“.

YVONNE FARRELL UND SHELLEY MCNAMARA wurden mit dem PRITZKER PRIZE geehrt (100.000 Dollar). Die Auszeichnung gilt als eine der höchstdotierten im Bereich der Architektur. Die beiden irischen Architektinnen hatten 1978 gemeinsam das Büro Grafton Architects gegründet. Zu ihren markantesten Entwürfen zählt der Bau für die Universität Luigi Bocconi in Mailand (2008). 2018 kuratierten sie die Architekturbiennale in Venedig. 2019 wurde nach ihren Entwürfen das Capitol für Universität von Toulouse fertig gestellt.

BETYE SAAR wird im Kölner Museum Ludwig mit dem WOLFGANG-HAHN-PREIS 2020 ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb einer frühen Assemblage der Künstlerin für die Sammlung des Museum Ludwig. In ihrem breiten, aus schamanistischen, religiösen und philosophischen Quellen gespeisten, aus Fundstücken gestalteten und politisch aus dem „Black Feminism“ motiviertem Werk nimmt sie uns mit in ihre eigene Welt oszillierend zwischen Traum, Erinnerung und Erfahrung.

ZANELE MUHOLI empfängt den SPECTRUM-PREIS FÜR INTERNATIONALE FOTOGRAFIE (15.000 Euro). Die Auszeichnung wird von der Stiftung Niedersachsen vergeben und ist mit einer Ausstellung im März 2021 im Hannoveraner Sprengel Museum verbunden. Die Jury beurteile die Aufnahmen Muholis als „eine Wucht und Schönheit, die selten in der zeitgenössischen Fotografie zu finden sind“. Muholi engagiert sich mit diesen Arbeiten gegen homophobe Gewalt in Südafrika.

AUSSCHREIBUNGEN

Die 23. INTERNATIONALE DRESDNER SOMMERAKADEMIE FÜR BILDENDE KUNST bietet ein Programm mit 18 Kursen, „um sich in den künstlerischen Techniken weiterzuentwickeln, und Inspiration, neue Wege der Kreativität zu beschreiten.“ Die Sommerakademie findet in diesem Jahr vom 26. Juli bis 8. August 2020 statt. „Eingeladen wurden renommierte Künstler, die in kleinen Kursen, Laien wie auch Fortgeschrittene unterrichten. Mit dabei Chistian Manss und Eva Blanché (Malerei), Andrey Klassen und Gregor Gonsior (Zeichnung), Carla Åhlander und Menno Aden (Fotografie), Carolin Koss (Video), Michael Hacker (Siebdruck), Barbara Deutschmann (Stein), Gisela Eichardt (Holz) und Frenzy Höhne (Installation). www.sommerakademie-dresden.de

Die Junge Akademie der Akademie der Künste vergibt in Partnerschaft mit VISIT, dem Artist-in-Residence-Programm der INNOGY STIFTUNG FÜR ENERGIE UND GESELLSCHAFT, ein Stipendium zur Förderung von Projekten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Künstlerinnen und Künstler aus allen Disziplinen können sich erstmalig ab bis zum 30. April 2020 online mit einem Projekt zum Thema „Mensch-Maschine“ bewerben. Das Stipendium ist mit 20.000 Euro dotiert. www.visit-junge-adk.de

Der KUNSTVEREIN HANNOVER schreibt ein Atelierstipendium Villa Minimo 2020 aus. Drei Stipendien sind mit mietfreier Nutzung des Ateliers mit Wohnmöglichkeit und monatlich 1.000 Euro dotiert. Das zweijährige Niedersachsenstipendium erfordert ein abgeschlossenes Hochschulstudium, hat eine Altersgrenze von 35 Jahren und ist für Bewerbungen aus Niedersachsen oder Bremen reserviert. Das einjährige Nachwuchsstipendium ist mit derselben regionalen Bgrnezung für Bewerbungen ausgelobt, bei denen der Hochschulabschluss nicht länger als drei Jahre zurückliegt; dies gilt auch für das nationale Nachwuchsstipendium, das jedoch bundesweit ausgelobt wird. Bewerbungsschluss: 27. April 2020 www.kunstverein-hannover.de

In der Kustodie der TU Dresden ist das SCHAUFLER LAB@TU DRESDEN für das Jahr 2021 als Artist in Residence-Stipendium für den Zeitraum von sechs Monaten ausgeschrieben. Kofinanziert wird das Projekt von THE SCHAUFLER FOUNDATION und der Technischen Universität Dresden. Leitthema des Lab ist „Künstliche Intelligenz und gesellschaftlicher Wandel; damit beschäftigen sich die Beteiligten in einer „Wechselwirkung zwischen den Feldern Technik, Kunst, Wissenschaft und Unternehmertum“. Das Stipendium umfasst 3.000 Euro für die gesamte Dauer und ein Produktionsbudget bis max. 1.000 Euro. Einzureichen ist bis zum 10. Mai 2020 ein Exposé über das Forschungsvorhaben und als Kurzbeschreibung der Ausstellungsthematik mit max. 10.000 Zeichen. PDF-Datei: kustodie@tu-dresden.de

Wer sich „kritisch mit Religion und Irrationalismus auseinandersetzt“, kann sich bis zum 8. Juni 2020 um den DÜSSELDORFER DA! ART-AWARD bewerben. Das diesjährige Thema lautet: »… wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus!« Die Auslobung des „Düsseldorfer Aufklärungsdienstes“ richtet sich an Kunstschaffende im Bereich der Bundesrepublik Deutschland. Zugelassen sind Malerei, Grafik und Bildhauerei sowie Zeichnung, Fotografie und Medienkunst. Das Preisgeld beträgt insgesamt 7.000 Euro und wird auf drei Jurypreise und einen Publikumspreis aufgeteilt. https://aufklaerungsdienst.de / da-art-award-2020-duesseldorfs-erster-sae-kularer-kunstpreis/anmeldung-2020

Die LBBW-STIFTUNG unterstützt Projekte Bildender Künstler in Baden-Württemberg. Einzureichen sind ein formloser Antrag mit einer kurzen Projektbeschreibung und ein Kosten- und Finanzierungsplan. Die Bewerbungen können laufend erfolgen für Projekte, die bei Antragstellung noch nicht begonnen wurden, mirjam.schwink(at)bw-bank.de

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