Gespräche mit Kunstvermittlern: documenta · von Amine Haase · S. 434
Gespräche mit Kunstvermittlern: documenta , 1997

Amine Haase

Nicht Namen, sondern Werke zählen

Einblicke in das Gedankengeflecht der D X

Amine Haase sprach mit Catherine David am 4.4.1997 in Kassel

Catherine David, künstlerische Leiterin der documenta X, die vom 21. Juni bis zum 28. September in Kassel stattfindet, gab in der Endphase der Eröffnungsvorbereitungen noch einmal Auskunft über ihr Projekt. Sie nannte auch einige Namen und Pläne, die über das hinausgehen, was den bislang erschienenen drei „documenta documents“ zu entnehmen ist. Eines wurde in dem Gespräch ganz deutlich: Tatsächlich macht eine Namensliste im Fall der dx wenig Sinn, da nicht die Künstlernamen, sondern die einzelnen Kunstwerke und Zusammenhänge, die sich in der Gesamtschau ergeben können, wichtig sind.

Lineares Denken ist ihr fern, und so will Catherine David die dx in „konzentrischen Kreisen“ aufbauen. Damit meint sie das Umkreisen des Ausstellungskerns in Kassel von den äußeren Rändern einer weltweiten Verbreitung – in den Medien, im Internet, in den begleitenden Publikationen – bis zu dem einzelnen Kunstwerk an einem der Ausstellungsorte des „documenta-Parcours“. Diesen Parcours legt sie als gezielten Gang durch die Stadt an: vom Hauptbahnhof, über die Fußgängerzone der „Treppenstraße“, zum Fridericianum und zum Ottoneum, bis zur documenta-Halle und zur Fulda. Die architektonische Herrichtung der Ausstellungsplätze hat sie den beiden österreichischen Architekten Christian Jabornegg und Andrasch Palffy anvertraut.

Welchen Künstler sie mit welcher Arbeit an welchem Ort präsentiert, offenbart Catherine David vor der Ausstellungseröffnung am 21. Juni nur ausnahmsweise. So stellt sie Gedankenlinien von Gerhard Richters „Atlas“ und dessen Potential des „Erinnerns“ zu Chris Markers „Immemory“ her und weiter zu einem jüngeren Künstler…

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