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Nachrichtenforum: Personalien · S. 435 - 435
Nachrichtenforum: Personalien , 1991

Muehl-Verhaftung

Die Unterschriftenliste enthält solche hochkarätigen Namen wie Jan Hoet, Kasper König oder Jörg Immendorff. Bislang etwa 30 Unterzeichner aus dem deutschen, österreichischen und amerikanischen Kunstbetrieb protestieren damit gegen die Verhaftung von Otto Muehl und mahnen eine „seriöse und ganzheitliche Information über das Justizverfahren“ an. Die angebliche Fluchtgefahr sei ein höchst fadenscheiniges Argument: Während der schon zwei Jahre andauernden Ermittlungen habe Muehl sich vom Zurndorfer „Friedrichshof“ nicht entfernt, dies auch in Zukunft nicht vorgehabt. Das Kuratorium der „Sammlung Friedrichshof“, einer der bedeutendsten Dokumentationen über die Geschichte des Wiener Aktionismus, mutmaßt, die Justiz wolle in Wirklichkeit gar nicht „den nie gefährdeten Strafverfolgungsanspruch“ sichern, sondern das „sozial-utopische Experiment des Friedrichshofs“ empfindlich treffen. Zwei Jahrzehnte lang hatte die Muehl-Kommune nicht nur als Modell für „alternative Lebensformen“ gewirkt und der Kunstszene „wichtige Impulse“ beschert, sondern sie gab auch der Presse immer wieder Anlaß, das gemeinschafts-interne Sexualleben zu beleuchten. Nicht allzu abwegig ist der Gedanke, nun stünde vor den Gerichtsschranken nicht nur eine juristische, sondern auch ideologische Generalabrechnung mit dem als Bürgerschreck beleumundeten Künstler-Kommunarden an.
J.R.

Förg-Berufung

Der Verbeamtung auf Zeit von Günter Förg an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung steht „nichts mehr im Wege“, ließ der baden-württembergische Kultusminister Klaus von Trotha verlauten. Der Künstler war von seinem künftigen Dienstherrn zu einer Stellungnahme über einen „Vorfall“ 1987 im Stuttgarter Kunstverein aufgefordert worden. Förg, so die Vorwürfe, habe damals in angetrunkenem Zustand Nazi-Parolen gegrölt (s. KUNSTFORUM Bd. 115, S. 412). „Herr Förg hat nachdrücklich beteuert, daß die fraglichen Formulierungen von ihm bei dieser Veranstaltung nicht gefallen sind.“ Eine bei…

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