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Ausstellungen: Berlin · S. 411 - 412
Ausstellungen: Berlin , 1989

Angelika Stepken
„Ressource Kunst“

Künstlerhaus Bethanien/Akademie der Künste, 19.6.-30.7.1989

Der Titel der Ausstellung – „Ressource Kunst“ bietet eine zweifache Interpretation an: Er bringt die Kunst in Zusammenhang mit ihrem Rohstoff, einem weit gefaßten Materialbegriff, und er suggeriert gleichzeitig – Habermas zitierend – die Kunst selbst als Ressource: „Sinn ist eine immer knapper werdende Ressource.“ Georg Jappe, der die Ausstellung federführend konzipierte, wollte jene Kunst und Künstler zusammenführen,die beispielhaft im Sinne einer „Naturallianz“ (Bloch) operieren. Sowenig diese ausgewählten Künstler imperialistische Materialbeherrschung demonstrieren, so wenig sollte sich auch die Ausstellung in den Dienst etwa einer Illustration ökologischen Bewußtseins stellen. Im Rahmen der Konzeption sollte die künstlerische Qualität entscheidendes Kriterium sein.

In Berlin wurde „Ressource Kunst“ in zwei Teilen, an zwei verschiedenen Orten, präsentiert. Im Künstlerhaus Bethanien war – ausschnitthaft – eine Abteilung den „Pionieren“ der 60er und 70er Jahre gewidmet, wobei die wichtigsten Vorläufer, die Performance- und Land-art-Künstler, jedoch allenfalls mit kleinen Dokumentarfotos und in einem schmalen Video-Angebot in Erscheinung traten. Weiterhin waren in den Atelierräumen des Künstlerhauses Bethanien jene Künstler vertreten, die angeblich einen eigenen, geschlossenen Raum für ihre Werke benötigten. In der Akademie nämlich waren alle „inoffiziellen“ (Jappe in einem Interview), „alternativen“ Künstler in offener Kommunikation, d. h. ohne Ausstellungsarchitektur, Stellwände etc., versammelt. Spannend wäre ein Vergleich zwischen den Generationen gewesen, um Veränderungen im Umgang mit und Bewußtsein über die Ressourcen der Erde und das Arbeitsfeld der Kunst zu beobachten. Ulrich Bischoff spielt in seinem Katalogbeitrag etwa auf den Übergang vom „Erfinden“ zum „Auffinden“ (Spurensicherung) eines Werks an, aber auch auf den Hang…


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