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Ausstellungen: Frankfurt a.M. · S. 413 - 414
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1989

Johannes Meinhardt
Wassily Kandinsky

»Sowjetische Retrospektive«

Schirn Kunsthalle, 18.6.-20.8.1989

Kandinsky weiß nichts von Form, versteht Form schlicht nicht; an ihre Stelle hat er eine ungefähre, intuitive, zufällige Reflexion von Bildern gesetzt. Die Logik räumlicher Beziehungen interessiert ihn überhaupt nicht … Kandinsky weiß auch nichts von Farbe: beispielsweise schenkt er dem Prinzip, daß sich Farbe je nach Größe und Art der Oberfläche verändert, keinerlei Beachtung“. (Nikolaj Punin, 1916)

Von den 155 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen Kandinskys in der Ausstellung stammen 107 aus russischen Museen; das sind nahezu vollständig alle Arbeiten, die in russischen Sammlungen, in 18 verschiedenen Museen, aufbewahrt werden. Es handelt sich dabei um eine umfassende und kontinuierliche Reihe von Arbeiten aus Kandinskys Münchner Jahren (1896 bis 1914), die mit frühen Landschaften 1898/99 beginnt und bis zu den beiden wichtigen Kompositionen VI und VII, beide 1913, reicht; und um die Arbeiten aus den Jahren 1914/15 bis 1921, die Kandinsky in Moskau verbrachte. Diese beiden Gruppen werden durch Arbeiten aus den drei grossen Kandinskysammlungen im Lenbachhaus München, dem Centre Pompidou in Paris und dem Guggenheimmuseum in New York ergänzt und zu einer Retrospektive abgerundet, die bis zu seinem Tod 1944 reicht; denn die Ausstellung, deren Stationen Moskau, Frankfurt und Leningrad sind, soll vor allem dem russischen Publikum Kandinskys Werk zugänglich machen.

Kandinskys herausragende Position beruht auf den Arbeiten der Jahre 1910 bis 1914; vorher und hinterher machte er sich hauptsächlich als Organisator, Gründer von Künstlergruppen, Ausstellungsleiter und Lehrer einen Namen. Die Werkgeschichte vor 1910 mit ihrer Vielzahl von Einflüssen und Übernahmen, von Entdeckungen und Aneignungen ist…


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