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Ausstellungen: Berlin · S. 321 - 322
Ausstellungen: Berlin , 1985

Rückblick auf vier Jahre Selbsthilfegalerie ‚Garage‘

Seit den sechziger Jahren haben sich in Berlin (West) immer wieder jüngere Künstler, oft noch Studenten an der Hochschule der Künste (HdK), vom Galerienbetrieb, der sie zumeist gar nicht wahrnahm, abgesetzt. Sie richteten sich ihre eigenen Ausstellungs- und Kommunikationsorte ein, die zumeist in ehemaligen Fabriketagen, jedenfalls fern der citynahen Lage des Kunsthandels gelegen waren. Die sogenannten Selbsthilfegalerien oder auch nur gelegentlich der Öffentlichkeit zugänglichen Gemeinschaftsateliers sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Berliner Kunstszene geworden und die frühen, inzwischen längst aufgelösten Galerien wie „Großgörschen“ und „Potsdamer“ aus den sechziger und „Moritzplatz.“ und „l/6l“ aus den späten siebziger Jahren haben schon einen legendären Ruf erhalten, da sie ganze Kunstströmungen wie etwa den „Kritischen Realismus“ oder die neoexpressive Welle entscheidend mitbeeinflußten.

Zu den jüngeren Galerien bzw. halböffentlichen Gemeinschaftsateliers zählt neben Büro Berlin, Fabrik K 19, Kulmer Straße, Beiziger Straße oder Muthesiusstraße auch die Galerie „Garage“, die 1980 von Margarita Albrecht, Werner Jo Brunner, Jürgen Frisch, Michael Meyer, Petra Seelenmeyer und Dirk Sommer, ehemaligen Absolventen der HdK gegründet und im Januar 1981 mit der ersten Ausstellung eröffnet wurde. Die „Garage“ liegt in einem Schöneberger Hinterhof, mitten in einem alten Wohngebiet mit hohem Ausländeranteil und in unmittelbarer Nähe zum S-Bahngelände.

Im Oktober/November 84 stellten die sechs Gründungsmitglieder, von denen sich nur Albrecht seit einiger Zeit zurückgezogen hat, erstmals gemeinsam außerhalb der eigenen Räume im Neuen Berliner Kunstverein am Kudamm aus, fast im Sinne einer historischen Dokumentation und im Zeichen angehender Etabliertheit. So erschien auch zusätzlich zum Katalog („Galerie Garage“, Neuer Berliner…

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