Ausstellungen: Berlin/Bremen/Hamburg · von Peter Funken · S. 377
Ausstellungen: Berlin/Bremen/Hamburg , 1997

Peter Funken

Rudolf Herz: Transit I

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin, 8.3. – 13.4.1997

Museum Weserburg, Bremen, 27.4. – 8.6.1997

Halle K, Hamburg, 9.5. – 15.6.1997

Transit I – III heißt ein Ausstellungsprojekt, das der Künstler Rudolf Herz zuerst in Berlin, danach in Bremen und Hamburg durchführt. Transit I in der NGBK kann wie ein erstes Resümee auf Arbeit und Werkmethode des 1954 geborenen Münchener Künstlers gesehen werden. In dem langen, schmalen und fast fensterlosen Ausstellungsraum in der Kreuzberger Oranienstraße hat Herz fünf PKWs hintereinandergestellt, die hier wie in einer Autowerkstatt, einem Stau oder eben im Transit erscheinen. Es handelt sich um fahrbereite Fahrzeuge, deren Scheinwerfer angeschaltet sind. Außer dem Scheinwerferlicht und der Innenbeleuchtung der PKWs gibt es keinerlei Helligkeit in der Ausstellung. Die Szene des Transits findet also im Halbdunkel statt. In den 5 Fahrzeugen befinden sich Objekte, Gegenstände und Modelle von Installationen, die den künstlerischen Weg von Rudolf Herz markieren. Thema seiner Kunst ist die Frage nach der Konstruktion und Dekonstruktion politischer Symbolik und damit einhergehend, eine Kritik an politischer Propaganda, vom NS bishin zur Zeichensprache in Sozialismus und Kapitalismus. „Ich beschäftige mich damit“, sagt Rudolf Herz, „wie sich die Menschen in ihrer Geschichte bewegen, welche Bilder sie sich davon machen, welche Hoffnungen sie haben und wie sie deren Scheitern verarbeiten.“1 Ausgehend von Beobachtungen bei Verdrängung und Verarbeitung des Nationalsozialismus, hat Herz seit 1976 eine Art Langzeitstudie über einen spezifisch bundesrepublikanischen Umgang mit Nazi-Tätern erstellt. Beispiel war ihm dafür die Gedenkstätte des KZ-Dachau, in dem Fotoportraits der Täter immer wieder von Besuchern…

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