Ausstellungen: Zürich · von Max Glauner · S. 286
Ausstellungen: Zürich ,

Zürich

Stephen Willats

Languages of Dissent

Migros Museum für Gegenwartskunst 25.05.– 18.08.2019

von Max Glauner

Ein Unbekannter? Ein Verkannter womöglich? Nach den Artikeln in KUNSTFORUM International zu schießen, kaum. Die Arbeit von Stephen Willats, 1943 in London geboren, wird seit 1980 regelmäßig gecovert (vgl. Band 42, 61, 126, 131, 143, 169, 183, 199, 207, 240). Dennoch trügt der Eindruck nicht, dass der eigensinnige Brite von der breiten Öffentlichkeit unentdeckt, zu den Künstler-Künstlern gehört. Kunst als Forschung, Partizipation und Ermächtigung des Publikums, Kunst als soziale Praxis, Willats führte sie seit den frühen 1970er-Jahren in den Kunstbetrieb ein. Sein Name fehlt jedoch wider erwarten sowohl auf der Documenta als auch auf einschlägigen Biennalen, sieht man von der 3. Berlin Biennale 2004 ab. Neben Signposts To The Future (2003) eine Untersuchung zur Sozio-Struktur Berlin-Neuköllns, sie mündete in eine Multimedia-Installation, zeigte er damals zwei weitere Arbeiten, die zwischen 1979 – 1980 während eines DAAD-Stipendiums als kritische Bestandsaufnahmen des Märkischen Viertels entstanden waren: In Isolation leben (1979 / 1980) und Wie ich entdecke, daß wir von anderen abhängig sind (1979 / 1980).

Zwar bleibt Willats, vertreten durch Galerien, in Einzel- und Gruppenausstellungen auch danach präsent – 2006 zeigt das Siegener Museum für Gegenwartskunst eine erste Überblicksausstellung –, doch der eigentliche Durchbruch blieb aus. Umso verdienstvoller ist es, dass ihm das Zürcher Migros Museum für Gegenwartskunst nach einer langen Zusammenarbeit in diesem Sommer die retrospektive Ausstellung Languages of Dissent ausrichtet. Mit nahezu 150 Arbeiten ist das bisher die größte. Ein beachtlicher Kraftakt auch für das Haus, das die Aufgabe ohne Partnerinstitution stemmen…

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