Ausstellungen: London/Köln/Madrid · von Maribel Königer · S. 356
Ausstellungen: London/Köln/Madrid , 1991

The Pop Art Show

Royal Academy of Arts, London, 13.9. – 15.12.1991

Museum Ludwig, Köln, 23.1. – 19.4.1992

Centro de Arte Reina Sofia, Madrid,16.6. – 14.9.1992

von Maribel Königer

Was ist Pop-art? Richard Hamilton hat auf diese Frage (die seltsamerweise allen Pop-Vertretern immer wieder gestellt wurde) schon 1957 eine Antwort gewußt: „Pop Art is popular (short designed for a mass audience), transient (short-term solution), expendable (easily forgotten), low cost, mass produced, young (aimed at youth), witty, sexy, gimmicky, glamorous, big business.“ Es liegt sicher zu einem guten Teil an ihrem Gegenstand, daß die Londoner Ausstellung nicht trocken-didaktisch und langweilig-wissenschaftlich wirkt, obwohl sie ohne inszenatorische Mätzchen und in dichtester Hängung eine bereits historische Kunstepoche kapitelweise durchgeht. R.B. Kitajs Bild von 1962, „Good News for Incunabulists“, hätte ein passendes Motto für die Ausstellung abgeben können. Die Inkunabeln der Pop-art – im Dutzend offenbar billiger. Von Jasper Johns‘ „Painted Bronzes“ aus dem Jahr 1960 bis Tom Wesselmanns „Great American Nude #1“ von 1961 wird alles aufgeboten, was Rang und Namen hat. Marco Livingstone, dessen Geschichte der Pop-art im vergangenen Jahr erschienen ist, hat „The Pop Art Show“ gemeinsam mit Norman Rosenthal ausgesucht, unterstützt vom Museum Ludwig als wichtigstem Leihgeber. Konzentriert auf das Thema der Ausstellung, wird weder zeitgleichen Kunstströmungen, die ohne Verbindung mit der Pop-art existierten, Raum für überflüssige „Konfrontationen“ geschenkt noch allzuviel Aufmerksamkeit auf das Spätwerk der jeweiligen Protagonisten gelegt. Warum allerdings Fluxus mit ins Spiel gebracht werden mußte, jene programmatische, aktivistische Bewegung, die alternative Kunstformen außerhalb der Institutionen zu verwirklichen suchte – also das Gegenteil von…

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