Ausstellungen: Amsterdam · von Anneke Bokern · S. 357
Ausstellungen: Amsterdam , 2003

ANNEKE BOKERN

Tot zo ver (Up to now)

Stedelijk Museum, Amsterdam, 18.4. – 31.12.2003

Es ist nicht gerade ein unbeschwerter Abschied, den Rudi Fuchs mit der Ausstellung „Tot zo ver“ vom Stedelijk Museum nimmt. Offiziell hat er bereits zum Jahresbeginn sein Amt als Museumsdirektor niedergelegt und diesen Schritt mit der wiederholten Verzögerung der geplanten Museumserweiterung begründet.

Und sicherlich ist die Seifenoper um den Erweiterungsbau, der bereits seit 1993 geplant ist aber aufgrund von Geldmangel nie ausgeführt wurde, einer der Gründe für Fuchs‘ Weggang. Hinzu kommt jedoch, dass seine Ausstellungspolitik in den letzten Jahren zunehmend ins Kreuzfeuer geraten ist. Unter seiner Leitung sind die Besucherzahlen um 20 Prozent gesunken, und das Stedelijk hat nach Meinung der Fuchs-Kritiker seinen in den Siebzigern erlangten Rang als eines der weltweit bedeutendsten Museen für moderne Kunst eingebüßt. Es wurden immer mehr Stimmen laut, die behaupteten, nicht der Platzmangel im Museum sei problematisch, sondern der Kunstgeschmack des Direktors. Fuchs hat eine ausgesprochene Vorliebe für die Malerei seiner Generationsgenossen, die dementsprechend einen Großteil der Säle füllte. Nach kontroverser, junger Kunst suchte man im Stedelijk meist vergeblich.

Mit „Tot zo ver“ hat Fuchs nun noch einmal die Gelegenheit bekommen, seine Lieblingsstücke – darunter viele seiner eigenen Ankäufe – aus der Sammlung zusammenzustellen und nach seinem persönlichen Ausstellungskonzept zu präsentieren. Letzteres bedeutet, dass die Werke nicht chronologisch, sondern nach stilistischen und thematischen Kriterien geordnet sind. Fuchs will Geistesverwandtschaften zwischen Künstlern verschiedener Generationen und Bewegungen aufzeigen, ihre Werke miteinander in Dialog bringen.

Diese Idee verfolgte er bereits in den „Coupletten“-Ausstellungen zu Beginn seines Direktorats. Damals begannen…

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