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Ausstellungen: Heidelberg · von Gabriele Bessler · S. 382 - 382
Ausstellungen: Heidelberg , 2002

GABRIELE BESSLER
Ulrike Flaig

»Unspeakable Home«
Heidelberger Kunstverein, 3.2. – 3.3.2002

Nachdem der digitale den analogen Raum, den wir zu durchqueren gewöhnt waren, abzulösen scheint, und der nach Aurel Schmidt eben nicht mehr betretbar ist, sondern „statt findet“, erscheint es um so wichtiger, vielleicht ein letztes Mal noch zu formulieren, wie denn der Ort aussieht, den wir Heimat nennen. Heimat, so belehrt ein altes Sprichwort, ist da, wo die Wiege stand. Und wo stand und steht diese gemeinhin: natürlich in einem Haus, das gerne auch Heim genannt wird. Und was ist schon von Ferne bei Betreten des Ausstellungsraumes zu erkennen: die Silhouette eines Hauses. Es gibt ihn also doch noch, den bergenden Raum, der uns in scheinbar grauer Vorzeit umfing. Wir können aufatmen. Die einfache Formel Horizontale, Vertikale und Diagonale ist noch immer hinreichend, die Komplexität von Architektur und Geborgenheit zusammenzufassen. Das Unausprechliche, der also gewählte Ausstellungstitel „unspeakable home“ Beckettscher Prägung muss ein bemühtes Abstraktum sein.

Die vermeintliche Sicherheit, in der wir uns wiegen, erweist sich jedoch bald als Trugschluss: Ulrike Flaig führt auf schwankende Fundamente, lockt mit hauchdünnen, Gartenhäuser andeutenden Aluminiumgerüsten und instrumentalisiert deren Wiedererkennungswert: Eines dieser verstrebten, teilweise einsehbaren Hüttchen steht auf dem Boden, darin eine flackernde Glühbirne, an den Längsseiten spiegelnde Folien aus einem Guss: von außen sieht man sich selbst entweder gedrungen oder den Umraum, und von innen ist der Blick z.T. durch die Folie nach außen verwehrt. Ein paar Schritte weiter hängt ein Aluminiumgerippe ähnlicher Prägung knapp über dem Boden an der Wand; an einer Stelle mehr schlecht…


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von Gabriele Bessler

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