Ausstellungen: Heerlen · von Renate Puvogel · S. 425
Ausstellungen: Heerlen , 2002

RENATE PUVOGEL

WAAR-SCHIJN-LIJK

»Moments which I intend to remember«
Stadsgalerij Heerlen, 18.11.2001 – 10.2.2002

Wahrscheinlich‘ überdenkt kaum jemand beim normalen Gebrauch des Adjektivs, welches der Ausstellung den Titel gegeben hat, dass in ihm bereits die Ambivalenz zwischen Wahrheit und Schein enthalten ist. Und um das Verhältnis von Wahrheit, Wirklichkeit und Schein geht es in der Schau. Das Thema gewinnt unter der Regie eines vom Theater kommenden Kurators – Jeroen Willems, 1962 in Heerlen geboren, ist Regisseur und Theater- und Filmschauspieler – natürlich eine eigene Qualität. Denn das Geschehen auf der Bühne entwickelt sich ja stets aus dem Spannungsfeld mit dem, was wirklich ist; die Hierarchie zwischen beiden Ebenen scheint überwunden. Eine szenische Handlung kann den Theaterbesucher derart in den Bann ziehen, dass er das Geschaute für real hält. Ist diese Schwelle angesichts einer gelungenen Inszenierung schon leicht zu durchbrechen, um wie vieles mehr kann die von den Medien vorgegaukelte Bilderwelt die Fähigkeit zu unterscheiden trüben. Die Macht der Bilder ist, wie man weiß, nicht zu unterschätzen. Wenn wir inzwischen mit Bildern zugeschüttet werden, die als authentisch verkauft, in Wirklichkeit aber manipuliert sind, dann geraten die Abgrenzungen zwischen Realität und ihrer Darstellung bzw. Darstellbarkeit vollends ins Schwimmen. Der Realitätsgehalt einer szenischen wie bildlichen Darstellung ist also nicht eindeutig, ihr Sachverhalt oft nicht sauber herauszufiltern, letztlich ist beides von der Interpretation abhängig, was wiederum bedeutet, dass die Aussage vieldeutig bleibt.

Einer solch grundlegenden, letztlich philosophischen Frage nimmt sich der Kurator an. Dass er die Problematik in einem kleinen Stadtmuseum nur anreißen kann, versteht sich. Dennoch gelingt…

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