Biennalen: Istanbul Biennale · von Ursula Maria Probst · S. 339
Biennalen: Istanbul Biennale , 2010

Ursula Maria Probst

What keeps mankind alive?

»Wie hält uns Kunst am Leben?«

11. Istanbul Biennale, Antrepo No.3, Feriköy Greek School, Tobacco Warehouse 12.9. – 8.11.2009

Istanbul als Megacity erschließt sich dem internationalem Kunstpublikum durch das den europäischen Stadtteil umspannende Projekt der 11. Istanbul Biennale. Die Realisierung der diesjährigen Ausstellung „What keeps mankind alive“ an drei unterschiedlichen Orten wie der Lagerhalle Antrepo No.3 am Hafen, dem Tobacco Warehouse, einer ehemaligen Tabakfabrik in Richtung Zentrum und der vor sechs Jahren aufgelassenen griechischen Schule Feriköy im Stadtteil Sisli bietet vorbei an den Moscheen einen Streifzug durch das transkulturelle Leben der Stadt. Der Andrang ist enorm, vor allem Publikum aus Südosteuropa und dem vorderen Orient ist angereist, die steigende kulturelle Relevanz Istanbuls als Metropole auf zwei Kontinenten, als politische Schaltstelle zwischen Europa und Asien ist spürbar. Nächstes Jahr 2010 wird Istanbul Kulturhauptstadt Europas sein und internationale Austauschprojekte im urbanen öffentlichem Raum unter anderem mit dem Künstler Andreas Fogarasi sind bereits im Anlaufen.

Die Inszenierung des für die 11. Istanbul Biennale zuständigen Kuratorinnenkollektivs „What, How & for Whom“ (WHW) anlässlich der Eröffnung im Styling der 1920er Jahre zeigt deutliche Anklänge an Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ aus welcher der Titel „What keeps mankind alive? – Denn wovon lebt der Mensch“ zitiert wird. Das Kuratorinnenkollektiv begibt sich dadurch nicht nur in eine Auseinandersetzung damit, wie existentielle Bedürfnisse bewältigt werden und sich diese durch kulturelle Spezifitäten unterscheiden, sondern wirft die Frage nach der Moral in den Raum. Die Demoralisierung durch eine korrupte bourgeoise Gesellschaft, die Bertolt Brecht in seiner gemeinsam mit Elisabeth Hauptmann…

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