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Biennalen: Biennale in Lyon · von Fabian Stech · S. 348 - 351
Biennalen: Biennale in Lyon , 2010

Fabian Stech
Spektakel des Alltäglichen”

»Ist die 10. Biennale in Lyon mehr als ein alltägliches Spektakel?«
La Sucriere, Musée für zeitgenössischen Kunst, Fondation Bulkian, L’entrepot Bichat, 16.9.2009 – 3.1.2010

Die 10. Biennale begann unter schlechten Vorzeichen, hatte doch die Kuratorin Catherine David überraschend die bereits begonnene Leitung der Biennale abgesagt. Die bekanntgewordenen Gründe dafür liegen beim französischen Staat. Der Chefkuratorin bei der Direktion der französischen Museen wurden nicht genügend zeitliche Freiräume gegeben, um die Großveranstaltung zu organisieren. Sogleich sprang man ihr zur Seite, und ein Kollege nannte es in einem Artikel einen Skandal, dass es keine Freistellung für Catherine David gäbe. In Amerika, dem Land der schier unendlichen Möglichkeiten, ist man da reaktiver und hat mit der “Ämterhäufung” sichtlich weniger Probleme. Hou Hanru, der eigentlich für die Biennale 2011 als Kurator vorgemerkt war, übernahm im Februar kurzfristig die Leitung der Biennale 2009. Unter dem Titel das “Spektakel des Alltäglichen” versammelt er rund 50 Künstler zum Thema des Alltag in der Urbanisierung und Verdichtung von Städten, das ihn seit längerem beschäftigt. Über die vier Ausstellungsorte hinaus versucht er deshalb die Kunst auch im Raum der Stadt Fuß fassen zu lassen. Hou Hanru bezieht sich dabei auf Guy Debords Technik des Umherschweifens, die “Dérive”, welche Debord in einem Text theoretisiert hat. Ziel ist also die Kunst im geografischen und sozialen Raum außerhalb des Museums zu verankern. Naturgemäß sind solche Experimente schwer im ortsspezifischen Ausstellungsbetrieb zu beurteilen und werden oft aus der Banlieu, wo sie unter dem Titel “Veduta” mit Künstlern wie Robert Minlin, Bik…



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