Ausstellungen: Wien · S. 298
Ausstellungen: Wien , 1985

Zeichen – Fluten – Signale

(Neukonstruktiv und parallel)
Galerie Nächst St. Stephan Wien

Auch heute noch können sich die puristischen Formulierungen der geometrischen Abstraktion in Österreich nur schwer neben der ‚Leidensmalerei‘ und der schwermütigen Gestik behaupten. So ist auch der historische Beitrag des „Wiens der Jahrhundertwende“ zur abstrakten Malerei noch nicht vollständig geklärt. Dies ist 7. T. darauf zurückzuführen, daß die wesentlichen Aspekte, wie Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus sich eher im Bereich der Architektur und vereinzelt später auch im Kunsthandwerk formulierten. Es gibt seither aber wiederholt Vermittlungsbemühungen, die sich diesem Stiefkind der konstruktivistischen Richtung in der österreichischen Kunst angenommen haben. So der Verein ‚exakte Tendenzen‘ oder bezeichnenderweise vereinzelt die Hochschule für angewandte Kunst.

Mit der Ausstellung Zeichen – Fluten – Signale in der Galerie nächst St. Stephan in Wien wurde in einer thematischen Zusammenstellung von sechs jüngeren, österreichischen und fünf ausländischen, vorwiegend Malern, ein aktuelles Spektrum aus dem Bereich der ‚geometrischen Tendenzen‘ vorgestellt: J. Armleder und H. Federle (CH), B. Kowanz und Franz Graf (Ö), I. Knoebel (BRD), P. Kogler (Ö), M. Mullican (USA), H. Pichler, G. Rockenschaub und R. Scheffknecht (Ö), D. Teusch (BRD) und H. Zobernig (Ö). Die Zusammenstellung trifft einen thematischen Drehpunkt innerhalb der österreichischen Szene, an den durchaus noch diverse weitere Positionen anzuknüpfen wären: Etwa Ernst Caramelles konzeptioneller Ansatz, der gleichzeitig in einer Rauminstallation in der Galerie Winter gezeigt wurde, oder die auf archetypische Figurationen zurückgreifende Zeichensprache von Wolf gang Stengl. In der halböffentlichen Einrichtung der Galerie nächst St. Stephan, das ‚österreichische Spezifikum‘!, waren im Schatten der internationalen Malereitrends…

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