Elisabeth Jappe gestorben

25. Januar 2021 · Personalien

Elisabeth Jappe starb im Alter von 86 Jahren. Sie war mit dem Kunstkritiker und Künstler Georg Jappe († 2007) verheiratet und gründete 1981 die Moltkerei-Werkstatt in Köln, die sich rasch als internationaler Ort für Performance profilierte: hier traten Performer aus Polen auf wie Zbigniew Warpechowski, das britisch-dänische Duo niederländische Reindeer Werk oder Thomas Ruller aus Tschechien. Aus der Kölner Szene prägten mit ihren Projekten Thomas F. Fischer und Boris Nieslony das Moltkerei-Programm wesentlich mit, und „Kunstforum“-Autor Jürgen Raap führte hier in den 1990er Jahren eine Kabarett-Performance mit der Kunstfigur „Karl-Josef Bär“ auf. 1987 protestierte Elisabeth Jappe zusammen mit Klaus Staeck und anderen gegen den Versuch des Sammlers Peter Ludwig, Nazikunst durch Präsentation in Museen aufzuwerten. Im gleichen Jahr 1987 kuratierte sie das Performance-Programm der Kasseler documenta, in dessen Rahmen die Gruppe „Minus delta t“ um Mike Hentz und Karel Dudesek als „Kunstpolizei“ auftrat und auch einen Piraten-TV-Sender betrieb. Elisabeth Jappe veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Performance, darunter 1993 das Standardwerk Performance – Ritual – Prozess. Handbuch der Aktionskunst in Europa. 1982 veröffentlichte sie auch in „Kunstforum international“ einen Text über ein Performance-Symposion in Lyon.

Dazu in Band 117 erschienen:

Dazu in Band 51 erschienen: