Ausstellungen: Krems , 1998

Peter Nesweda

Alfons Schilling

»Ich / Auge / Welt – The Art of Vision«

Kunsthalle Krems, 3.12.1997 – 8.2.1998

Wie ein riesiges Insekt bewegt sich ein Mensch in einer Landschaft, hält inne, dreht das große, radförmige Holzgestell, das er um Kopf und Schultern trägt, hin und her. „Die Inversionsoptik wechselt in der Vertikalen wie in der Horizontalen alles. Sie spiegelt, was links ist, nach rechts, sie stellt auf den Kopf, was in die Höhe ragt, sie holt nach vorne, was hinten ist, sie rückt in die Ferne, was sich in der Nähe befindet. Der Wassertropfen fällt nach oben, die Grube wird zum Hügel“, beschreibt Klaus Albrecht Schröder seine Erfahrungen mit Alfons Schillings „Sehmaschinen“. Begonnen hat der künstlerische Werdegang des 1934 in Basel geborenen Künstlers in Wien, wo er von 1956 bis 1959 an der Akademie für angewandte Kunst studiert. Dort lernt er Günter Brus kennen, mit dem er einen gestisch-aggressiven Malstil entwickelt. „Wir wollten eine totale, ekstatische Malerei, in der man mitten drin ist, während sie passiert, mit der Leinwand fast als Nebensache. Wir sprachen davon, selbst Malerei zu werden in einer ganzen Akkumulation von Gestik“, beschreibt Schilling in einem Gespräch die Anfänge des Wiener Aktionismus. „Der Mühl ist dann plötzlich aufgetaucht, kurz vor unserer ersten Ausstellung in der Galerie Junge Generation am Börseplatz. Er war begeistert von unseren Ideen und von unserer Arbeitsweise derart betroffen, daß er noch in der gleichen Nacht alle seine alten Bilder zerstört und mit deren Fetzen und Rahmen in seiner Gemeindebauwohnung eine Art Merz-Bau-Geisterbahn aufgespannt hat.“ Schilling, der…

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von Peter Nesweda

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