Ausstellungen: Cham · von Ines Kohl · S. 415
Ausstellungen: Cham , 1998

Ines Kohl

Wider den tierischen Ernst

»Lilith Lichtenberg und Sara Rogenhofer«

Städtische Galerie Cham, bis 15.3.1998

Die Städtische Galerie in Cham hat, nicht zuletzt durch das SPUR-Museum, eine besondere Affinität zu dem Münchner Phänomen der Gruppenmalerei. Nachdem im Lauf der Jahre von SPUR, WIR über GEFLECHT und KOLLEKTIV HERZOGSTRASSE bis zum KING KONG KUNSTKABINETT alle Gruppen präsent waren, zeigen jetzt Lilith Lichtenberg und Sara Rogenhofer, zwei Mitglieder der von 1977-88 gemeinsam arbeitenden Gruppe der WeibsBilder, Arbeiten aus der Zeit danach. Denn auch die WeibsBilder, die mit KING KONG phasenweise eng zusammengearbeitet haben, haben sich, wie die meisten Malgruppen, wieder aufgelöst und gehen eigene Wege.

Die expressionistische Münchner Maltradition, auf deren Hintergrund sie entstanden waren, ist in den Bildwelten der Einzelnen weiterhin erhalten geblieben. Dabei geht es nicht um den Automatismus einer gestischen Malerei, die sich letztlich in sich selbst erschöpft, auch nicht um visionäre Figurationen. Der kritische, die eigene Arbeit permanent reflektierende Aspekt, der ein wichtiger Gedanke der Gruppenmalerei war, ist in der Malerei der wieder individuell Arbeitenden beibehalten und läßt sich gerade auch im Gesamtblick auf das Werk Sara Rogenhofers erkennen. Doch die tiefschürfende Frage nach dem Sinn und Zweck des Kunstmachens wird nun eher abgeklärt betrachtet und von Sara Rogenhofer ganz lapidar beantwortet: „Kunstmachen – warum nicht?“

Sara Rogenhofer entwickelte eine Malerei, die aus ständiger Reflexion und Reaktion in der Entstehung immer wieder auf die eigenen Vorgaben Bezug nimmt und in einer Art malender Kettenreaktion ein vielschichtiges Figur-Raum-System entstehen läßt, das den Betrachter visuell in die Entwicklungen und Verstrickungen des Bildes mit einbezieht. Die…

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