Ausstellungen: Wien , 2010

Ursula Maria Probst

Christoph Büchel

»Bar-Club Element6«

Secession Wien, 20.2. – 18.4.2010

In Salzburg löste er 2006 mit der „Aktion Reales Salzburg (ARS)“ und mit dem Bürgerbegehren „Salzburg bleibt frei“ eine heftige Kulturdebatte aus. In seiner Intervention „Deutsche Grammatik“ (2008) in der Kunsthalle Fridericianum griff der Schweizer Künstler Christoph Büchel die politischen Strukturen aktueller deutscher Geschichte auf und gab den Ausstellungsraum für temporäre Zwischennutzungen durch eine Filiale des Discounters Mäc-Geiz, eine Spielothek und ein Fitness-Center samt Solarium frei. In das entsprechend durch Umbauten adaptierte Untergeschoß der Wiener Secession ist für die zweimonatige Dauer der Ausstellung von Christoph Büchel temporär der ansonsten in der Wiener Kaiserstraße logierende Swingerclub „Element6“ eingezogen. Während tagsüber der Swingerclub zur Ausstellungsinstallation wird, herrscht nachts ab 21 Uhr hier regulärer Swingerbetrieb. Dieser Realitätstransfer findet eine Fortsetzung, indem von KunststudentInnen die Räume des umgesiedelten Swingerclubs kurzfristig mit Kunst bespielt werden.

Die Wirklichkeit des Swingerclubs hält Einzug in die Wiener Secession und bricht mit gängigen Ausstellungskonventionen auch in Hinblick auf künstlerische Geschmacks- und Qualitätskriterien im Display. Während des Ausstellungsbetriebs sind die Aktivitäten eingestellt. Der Swingerclub ist als inszeniertes Setting zu durchqueren. Damit schafft Christoph Büchel gleichzeitig ein hyperrealistisches Environment. An der Garderobe treffen wir auf die Skulpturen der Secessions-Schildkröten in Kopulationsstellung. Zunächst betreten wir eine Bar mit Ledersofas und eine Tanzfläche mit Stripteasestange, der Raum ist in rotes Licht getaucht über das DJ-Pult flimmern via Leuchtschrift Ankündigungen zu den laufenden Veranstaltungen: Dancefloor, Djs, Swingerclub, Darkroom, Tanz-Erotik, Miss Sexy Wahl, Body Painting, Lack Leder Latex, Masken Mystic, Bondage, Ladies Room, TV, TG Special, Striptease…

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von Ursula Maria Probst

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