Ausstellungen: London , 2008

Michael Hauffen

Cold War Modern

Victoria and Albert Museum, 26.9. – 11.12.2008

Die Mythen der Moderne sind seit einiger Zeit einer regelrechten Flut von Analysen und Dekonstruktionen ausgesetzt. Bevor wir sie endgültig abhaken können, dürften aber noch einige Ausstellungszyklen vergehen, vor allem, weil wir selbst viel zu sehr von ihnen geprägt sind, und ein alternatives Paradigma von ähnlicher Attraktivität offenbar fehlt. Die Ausstellung „Cold War Modern“ richtet den Fokus auf die Entwicklung des Designs, dessen Bedeutung in dem Maße zugenommen hat, wie Kriegstechnologien, in die Konsum- und Privatsphäre gelangten, und dort eine ästhetische Erscheinungsform benötigten, die ihnen ihren Schrecken durch das Versprechen einer besseren Zukunft nahm. Bei der Gegenüberstellung von Produkten aus Ost und West wird deutlich, dass in diesem Prozess der Neuordnung der Welt mit gestalterischen Mitteln zwar auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs verschiedene Vorzeichen zu verschiedenen Ausprägungen führten, dass sie aber auch in wesentlichen Grundzügen das gleiche Ziel anstrebten, nämlich die breite Masse der Menschen an kontrollierbaren Parametern auszurichten.

Die historische Reihenfolge setzt der Zeit der Nachwirkungen des Krieges an, wo große Wiederaufbauprojekte, besonders in Berlin, eine direkte Konkurrenzsituation erzeugten. Der Architektur der Stalinallee, die eine rasche Bereitstellung einer Vielzahl von Wohnungen mit einladender Ästhetik verband, antwortete umgehend der Modernismus der „Interbau“ (1956) mit seinen namhaften Architekten. Auch Fahrzeuge, Möbel und Kleingeräte erhielten ein neues Gesicht, da man im Krieg entwickelte Materialien und Kenntnisse auf sie anwandte.

Die Kunst war ebenfalls von Beginn an in den Kalten Krieg involviert, wie einige Plakatentwürfe, Gemälde, Entwürfe für Monumente und Filmbeiträge für die ersten großen…

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von Michael Hauffen

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