Biennalen: Estuaire Nantes – Saint Nazaire · von Amine Haase · S. 356
Biennalen: Estuaire Nantes – Saint Nazaire , 2010

Amine Haase

Das Wachsen der Zitterpappeln

Estuaire Nantes – Saint Nazaire

Biennale in der Flussmündung der Loire, 5.6. –16.8.2009,

Biennale ist zwar die zeitlich korrekte Bezeichnung, aber es soll insgesamt nur drei dieser außergewöhnlichen Ausstellungen im Zwei-Jahres-Rhythmus geben. „Estuaire Nantes – Saint Nazaire“ ist der schlichte Titel und gleichzeitig die Ortsbeschreibung: die auf rund 60 Kilometern verlaufende Mündung der Loire zwischen der Universitäts- und Industriestadt Nantes und der Hafenstadt Saint Nazaire. Die Kunst soll als Bindeglied zwischen den beiden strukturell und sozial sehr unterschiedlichen Städten dienen und auch die Orte zwischen den beiden Fixpunkten beleben. So wünschen es sich der Initiator des Projekts, Jean Blaise, und der künstlerische Leiter, David Moinard. Die erste Ausgabe von „Estuaire“ im Sommer 2007 war ein Erfolg (sh. Kunstforum Band 187) und hinterließ Spuren in der Landschaft – mit Werken von Erwin Wurm und Jeppe Hein, von Daniel Buren und Tadashi Kawamata.

Tadashi Kawamatas Holzsteg zu seinem Observatorium inmitten eines Vogelschutzgebiets ist verlängert worden und führt durch windbewegtes Schilf direkt in das Dorf Laveau. Hinter der Naturidylle ragt das E-Werk von Bouée-Cordemais wie eine finstere Festung auf. Und in diesem Jahr hat sich ein Künstler tatsächlich diesen unwirtlichen Ort für seinen Beitrag ausgewählt: Tatsu Nishi, der vor zwei Jahren sein „Hotel Nantes“ auf der Place Royale eingerichtet hatte, ließ jetzt eine Art Leuchtturm bauen, den er mit der „Villa Cheminée“ krönte. Die mehrere Stockwerke hohe runde Turmbasis nimmt die Farben der E-Werk-Schornsteine auf, und die kleine Schornstein-Villa ist innen so gemütlich wie die Gartenzwerge im Dachgärtchen davor versprechen. Der Kontrast…

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