Biennalen: Kassel , 2001

AMINE HAASE

Die Documenta11 hat
bereits begonnen –
Die documenta X ebnete den Weg

PLÄNE UND TATEN VON OKWUI ENWEZOR – BILANZ ZUM „STAND DER DINGE“ VON CATHERINE DAVID

Die Documenta11 hat soeben begonnen, am 15. März mit der „Plattform 1“ in Wien. Der künstlerische Leiter der elften Documenta in Kassel, Okwui Enwezor, überraschte mit dieser Tatsache alle, die glaubten, die Documenta fände wie immer im Fünf-Jahres-Rhythmus statt, und das in Kassel. Natürlich gibt es dort von Juni 2002 an eine Ausstellung, mit der man traditionsgemäß den Begriff Documenta verbindet. Aber sie wird die fünfte „Plattform“ sein; nach Wien sollen weitere „Plattformen“ in London, Berlin, Neu Delhi und auf dem afrikanischen Kontinent organisiert werden. Im folgenden Gespräch erläutert Enwezor Ziele und Zusammenspiel dieser Veranstaltungen. In Wien diskutieren nun Philosophen, Soziologen, Wirtschafts- und Politik-Experten, Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher über „Demokratie als unvollendeter Prozess“ (Democracy Unrealized). Dazu heißt es erklärend: „Der Begriff ,unvollendet‘ im Titel unseres Projektes ist ein Versuch, die vielfältigen Wandlungen zu erläutern, denen die Ethik der Demokratie und ihre institutionellen Formen unterworfen waren und noch immer sind – Wandlungen, welche die Demokratie zu einem im Grunde nicht erreichbaren Ziel werden lassen.“ Begriffe wie „Repräsentation“, „Hegemonie“ oder „Partizipation“ seien von verschiedenen Gruppierungen „in dem Bemühen kultiviert worden, neue Formen von Widerstand gegen die alles durchdringende neoliberale Ideologie und den wachsenden Rechtsradikalismus zu entwickeln, wie sie den Spätkapitalismus der westlichen Welt kennzeichnen“. Der Ton ist angeschlagen – und zu den ReferentInnen der Wiener „Plattform“ gehört Angela Davis ebenso wie ein Vertreter der „Ruckus Society“, die…

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