Ausstellungen: Los Angeles · von Frank-Alexander Hettig · S. 458
Ausstellungen: Los Angeles , 2001

Frank-Alexander Hettig

Superflat

Museum of Contemporary Art, 14.1. – 27.5.2001

Japan ist für seine schnelle und behände Aneignung von neuen Einflüssen, Identitäten und Technologien bekannt und gefürchtet. So stellt sich die Frage, was Kunst in der japanischen Terminologie bedeutet; was sind Japanische Bilder und was ist östliche Fiktion und was Realität. Alles auf einen Nenner und als Manifest in dieser Ausstellung gebracht: „Superflat“.

Der japanische Künstler Takashi Murakami wollte in einer Bestandsaufnahme zeigen, dass die zukünftige Welt wie das heutige Japan aussehen könnte: nicht nur platt, sondern superplatt.

Ein zentraler Einfluss auf das Konzept dieser Ausstellung ist die japanische Comic- und Zeichentrickfilmkultur des ‚Manga‘. Die nachdrückliche Zweidimensionalität, aus horizontalen und vertikalen Linien aufgebaut, zeugt von einer Fantasie, die im schrillen Kontrast zu der dreidimensionalen Wirklichkeit steht. Die von Murakami eingeladenen Künstler arbeiten in dem Grenzgebiet zwischen künstlerischer und kommerzieller Fotografie; Malerei und Illustration, Zeichnung und Comic und Mode und Theaterkostümierung. Alle damit verbundenen Medien sind daran beteiligt: von Installationen bis zu kleinen Sexpuppen aus Porzellan. Die Präsentation interdisziplinärer Kunstformen ist nichts Neues, aber hier wird die japanisch orchestrierte Interpretation durch den Ausstellungsort noch verstärkt. Das Museum für zeitgenössische Kunst von Los Angeles hat hiermit seine dritte Dependance eröffnet: in einem Teil des „Pacific Design Center“ in West Hollywood, in dem in Zukunft Architektur- und Designausstellungen gezeigt werden.

Takashi Murakami übte sich in „Nohonga“, der japanischen Malerei im traditionellen Stil, die besonders die Konturen und die Farbflächen akzentuiert und ihre Bilder damit aufbaut. Als er 1989 die erotischen Skulpturen von Jeff Koons sah, die im schrillen Kontrast…

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