Ausstellungen: Riehen / Basel · von Michael Hübl · S. 291 - 293
Ausstellungen: Riehen / Basel ,

Riehen / Basel

Edward Hopper

Fondation Beyeler 26.01. – 17.05.2020

von Michael Hübl

Die Malerei von Edward Hopper ist ein Medienereignis. In einem mehrfachen Sinn des Wortes. Von einem pragmatischen Standpunkt aus ist sie es wegen des enormen medialen Echos, das Ausstellungen seiner Werke auslösen – wie etwa in der Fondation Beyeler, als sie sich Ende Januar 2020 anschickte, 65 Arbeiten des Künstlers aus den Jahren 1909 bis 1965 zu zeigen. Aus einer rezeptionsästhetischen Warte aus ist die Kunst von Hopper ein Medienereignis, weil seine Gemälde oder Zeichnungen in Europa nur selten im Original zu sehen sind, dank publizistischer Vermittlung jedoch einen festen Platz im allgemeinen Bewusstsein einnehmen. Das gilt insbesondere für die Nachtschwärmerszenerie „Nighthawks“ (1942). Das Bild aus dem Besitz des Art Institute of Chicago hat den Rang einer Ikone moderner Verlorenheit und kommunikativer Einsamkeit, obschon es dem Künstler nach eigenem Bekunden fern lag, Symbole menschlicher Isolation und urbaner Leere zu schaffen.

Die starke Präsenz seines Werks im kollektiven Gedächtnis hängt wiederum mit einer tiefer gehenden medialen Verquickung zusammen. Bei Hopper kommt es zu einer signifikanten wechselweisen Transferleistung. Der Maler, der ein eifriger Kinogänger war, hat das Medium, das prägend wurde für das 20. Jahrhundert, dermaßen verinnerlicht, dass seine Bilder oft wirken wie Filmstills, besonders, wenn er die Leinwand als Querformat anlegt und dadurch Cinemascope-Effekte suggeriert. Und so wie er von Filmen aller Art, B-Movies inklusive, beeinflusst wurde, so haben sich Regisseure von seinen Werken inspirieren lassen oder haben in Hoppers Bildsprache eine Wahlverwandtschaft entdeckt: Michelangelo Antonioni, Jim Jarmusch, Ridley Scott werden in diesem…

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