Ausstellungen: Köln , 2002

SUSANNE BOECKER

Fetisch – Medien

Galerie Schüppenhauer, Köln, 25.1. – 9.3.2002

Jeder gefällt sich heute darin, unsere Fetischismen zu entlarven; er gefällt sich darin – denn alles verschwört sich, um die Faszination zu verewigen.“ (Jean-Bertrand Pontalis, 1972)

Wohl kaum ein zeitgenössisches Phänomen wird so geliebt und gehasst wie „die“ Medien und die „neuen“ Medien. In unserer (Medien)Gesellschaft haben sie „Fetisch-Status“ erreicht. Gleichwohl wird ihre Autorität oft in Zweifel gezogen: Denn was ist echt, was manipuliert und wer garantiert Authentizität? Schließlich will der Mensch, wenn auch nicht unbedingt das Gute, so doch zumindest das Wahre. In diesem Dilemma der Ungewissheit der Moderne hat es die Kunst geschafft, sich einen respektablen Platz als Ersatzreligion zu erobern. Natürlich nicht, ohne die ehrenwerte Rolle sogleich zu konterkarieren: Seit Duchamp ersannen Künstler viele Spielarten von „Authentizität“. Auch hier gilt: man muss dran glauben, sonst wirkt’s nicht. Von der Auseinandersetzung der Kunst mit den inhaltlichen Untiefen der Medien und ihrem Anspruch auf quasi-religiöse Weihen handelt die aktuelle Ausstellung in der Galerie Schüppenhauer.

Kunst und „Neue Medien“: Achim Duchnow malt keine Landschaften, sondern gepixelte „Cyberspaces“, Mark Kostabi bevölkert seine Bilder mit virtualisierten, fremdgesteuerten Menschen, Klaas Krüger bringt gepixelte Bildschirmbilder auf die Leinwand. So weit so gut. Kurator Uli Bohnen hat jedoch weiter gedacht und will zugleich den „Fetischcharakter“ von Kunst und Medien thematisieren. Jetzt wird es schon komplizierter. Ist doch die Bedeutungsspanne des Begriffs „Fetisch“ weitaus komplexer, als der entsprechende Eintrag in der Brockhaus Enzyklopädie vermuten lässt: „Fetisch (portug.-frz. zu lat. factitius ,nachgemacht‘, ,künstlich‘) … ein Gegenstand, dem eine außernatürliche Macht…

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von Susanne Boecker

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