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Ausstellungen: Köln · von Reinhard Ermen · S. 367 - 367
Ausstellungen: Köln , 2002

REINHARD ERMEN
Stephen Rosenthal: Neue Bilder

Renate Schröder Galerie, Köln, 30.11.2001 – 12.1.2002

Die Bilder wirken auf den ersten Blick unspektakulär und sind wie alle Malerei, die dem Licht und der Farbe hingegeben ist, fast nicht zu reproduzieren; ein Problem, das sich in diesem Falle noch potenziert, da Monochromie nicht gemeint ist und sich die Farbkontraste, die der Betrachter nach einer Weile im vorherrschenden Weiß-in-Weiß-Strom ausmacht, in den Bildkörper zurückgezogen haben. Nur einige wenige farbige Inseln sind wie zufällig an der Oberfläche verblieben. Seit Anfang der 90er Jahre widmet sich Stephen Rosenthal (*1935, lebt und arbeitet in New York) diesen hochkonzentrierten Farbdialogen, die im Rahmen der gegebenen Stille wahrhaftig überwältigen können. Man muss nur Augen haben sie zu sehen!

Von einer reduzierten Malerei, die in den 70er Jahren als „Analytisch“ gekennzeichnet wurde (Stichwort: „Bilder ohne Bilder“ oder „Fundamental Painting“) hat er sich konsequent auf die FARBE zubewegt und war Anfangs auch an den konstituierenden Gesprächen zu „Radical Painting“ beteiligt. Doch zog er es vor, sich ohne das diskursive Sicherheitsnetz der Gruppe zu behaupten. Die Liste seiner Ausstellungen ist beeindruckend, in vielen bedeutenden (öffentlichen und privaten) Sammlungen ist er vertreten. Sehr langsam geht seine Rezeption in entsprechenden deutschen Kreisen voran, erst bei Wassermann, jetzt bei Schroeder. Die Frage, wie zeitgemäß diese Bilder bzw. wie brauchbar Malerei als angemessenes Medium der Kunst überhaupt (noch) ist, verstummt angesichts der Arbeit dieses eigensinnigen ‚Meisters‘, dem der Betrieb relativ egal aber seine Malerei alles ist. In der Defensive gegenüber den angesagten Künsten, in der splendid isolation aus Reflexion…


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