Ausstellungen: Wien , 2010

Ursula Maria Probst

Gender Check

»Geschlechterrollen in der Kunst Osteuropas«

MUMOK. Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 13.11.2009-14.2.2010

Die von der Belgrader Kuratorin Bojana Pejic zusammengestellte Ausstellung „Gender Check“ nimmt mit dem Fokus auf Geschlechterrollen in der Kunst Osteuropas nicht nur eine Umcodierung der Kunstgeschichtsschreibung vor, sondern demonstriert einen umfassenden Querschnitt künstlerischer Performances und Aktivismen aus 24 Ländern unter anderen Albanien, Armenien, Belarius, Bosnien, Herzegovina, Bulgarien, Kroatien, Estonia, Georgien oder der Ukraine. „Gender Check“ spürt dem Wandel weiblicher und männlicher Geschlechterrollen seit den 1960er Jahren nach. Gleichzeitig ins Spiel gebracht wird ein Verlangen nach Korrektur, das ausgehend vom sozialistischen Realismus überleitet zu privaten Realitäten und aufzeigt, wie Kunst unter totalitären Verhältnissen zum Ausleben eines persönlichen Widerstandes diente. Ein Remake der jüngsten Vergangenheit nach 1989 schließt durch die Gegenüberstellung künstlerischer Positionen von Vladislav Mamyshev-Monroe, Katarzyna Kozyra, Boris Mikhailov, Eva Filova, Alla Georgieva, Dren Maliqi, Ozana Brkovic, Rassim an und erfährt durch erfolgreich agierende Künstlerinnen wie Marina Abramovic oder Sanja Ivekovic eine internationale Erweiterung.

„Gender Check“ nimmt als Ausstellung, die großzügig über drei Etagen des MUMOKs verläuft, nicht nur räumlich durch 400 Installationen, Malereien, Skulpturen, Fotografien, Plakate, Videos und Filme enorme Ausmaße an, sondern dringt durch die Verteilung von gelben Klebebändern mit der roten Aufschrift „Gender Check“ in den urbanen Außenraum vor. Gesponsert und initiiert von der ERSTE-Stiftung gerät die Ambition der Ausstellung durch die Hinterfragung von Geschlechterrollen einen Überblick von Kunst aus Osteuropa zu bieten, zu einer engagierten Großausstellung. Gleichzeitig bewegt sich die Genderforschung mit dem Blick auf die Kunst- und Gesellschaftsgeschichte von Osteuropa zum Teil…

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von Barbara Probst

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