Ausstellungen: Zürich · von Max Glauner · S. 303
Ausstellungen: Zürich , 2014

Max Glauner

Jana Euler

»Where the Energy Comes From«

Kunsthalle Zürich, 30.8. – 9.11.2014

„Where the Energie Comes From“ oder „Wo die Energie herkommt,” – wer Eindeutiges hinter dem Titel der ersten großen institutionellen Einzelausstellung der jungen, 1982 im hessischen Friedberg geborenen, an der Städelschule in Frankfurt a. M. ausgebildeten deutschen Künstlerin mit Wohnsitz in Brüssel Jana Euler erwartet, wird überraschend deutlich zufrieden gestellt: Die Energie kommt aus der Steckdose. Das insinuieren zumindest die drei großdimensionierten Air-brush-Bilder „Where the energy comes from (1 – 3)“ (2014), die im zweiten Saal Eulers Ausstellung im Obergeschoss der Zürcher Kunsthalle auf 210 x 210 cm drei verschiedene europäische Elektrosteckdosentypen präsentieren.

Der Titel der Ausstellung und der Bilder alludiert im Verein mit ihrem Gegenstand, den Strombuchsen, nicht zufällig den polemischen Slogan der Anti-Atomkraft-Bewegung der 1970er-Jahre: „Unser Strom kommt aus der Steckdose!“ Das hat formale und inhaltliche Gründe. Denn ebenso wie die Bürgerbewegung der 1970er-Jahre mit ihrem ironischen Spruch auf die Widersprüche und den Zynismus der Atomlobby aufmerksam machen wollte, verweigert Eulers Ausstellungs-Display in seiner scheinbaren Eindeutigkeit eindeutige Antworten. Nicht nur dass drei Bilder „Where the energy comes from“ unterschiedliche Steckverbindungen zeigen, eine deutsche, eine belgische, die Trippelbuchse aus der Schweiz, also ein Gerät ohne Adapter, nur aus einer Buchse Strom beziehen könnte, aus den anderen jedoch nicht. Es gibt im Saal 2 noch andere Angebote. So zieht sich der Schriftzug „Where the energy comes from“ als monumentale, illusionistische, raumbildende Parole an der Nordwand der Ausstellung vom zweiten in den ersten Saal, Erinnerung an den Konzeptualismus Lawrence Weiners und Appell…

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