Biennalen: Projektionsbiennale Bad Rothenfelde · von Michael Stoeber · S. 369
Biennalen: Projektionsbiennale Bad Rothenfelde , 2010

Michael Stoeber

lichtsicht

2. Projektionsbiennale Bad Rothenfelde, 10.10.2009 – 10.1.2010

Auf dem Markt der boomenden Kunstbiennalen sucht jede nach einem Alleinstellungsmerkmal, um sich gegenüber den anderen zu profilieren. In Bad Rothenfelde, einem kleinen Kurort in der Nähe von Osnabrück, ist das gelungen. Dort stehen zwei alte Gradierwerke, eines davon ohne Außenstützen und mit 412 Metern Länge das größte seiner Art in Westeuropa. Sie hat die Kunst im Jahre 2007 für sich entdeckt. Denn auch wenn man sie heute nicht mehr zur Salzgewinnung nutzt, werden sie doch immer noch zu Kurzwecken betrieben. Die herabrieselnde Sole reichert die Luft in der Nähe der Gradierwerke mit Salz an, was sich für Asthmatiker und Pollenallergiker als ebenso heilsam erwiesen hat wie das Einatmen von Seeluft. Ihre mit Schwarzdorn verfügten Wände, über welche die Sole geleitet wird, bilden überaus eindrucksvolle Projektionsflächen für zeitgenössische Lichtkunst. Der Pate und Leiter der Bad Rothenfelder Projektionsbiennale, die in diesem Jahr zum wiederholten Mal stattfindet, ist der zweimalige Leiter der Kasseler documenta Manfred Schneckenburger. Er hatte die Idee die Wände der Gradierwerke nach Einbruch der Dunkelheit als „black boxes“ im Freien zu nutzen.

Da in den Wintermonaten die Nacht früher hereinbricht, findet die Schau in den Monaten Oktober bis Januar statt. In dieser Zeit wird der Kurgarten, in dem die Gradierwerke stehen, in den Abendstunden, wenn die Projektionen zu sehen sind, vielleicht noch intensiver begangen als im Sommer. Immer wieder begegnet der Spaziergänger anderen Besuchern und Gruppen von Kunstinteressierten, die von Führern über die Arbeiten unterrichtet werden. Es ist ein lebhafteres Gedränge und Geschiebe…

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