Zur Disskussion , 2010

MARKUS LÜPERTZ

IN DER KRITIK

Anlässlich seiner Ausstellung in Bonn scheint die Polemik gegen das Werk und den Künstler Markus Lüpertz weiter zu eskalieren. Aus diesem Grund drucken wir hier den Versuch von Heinz-Norbert Jocks, die Hintergründe der Diskussion zu verstehen, und einen Betrag von Siegfried Gohr zur Ausstellung ab.

Soll man Markus Lüpertz verbrennen?

von Heinz-Norbert Jocks

Die Polarisierung in den Feuilletons, die Markus Lüpertz einst auslöste, hat inzwischen so drastische Ausmaße angenommen, dass man sich unwillkürlich fragt, was da eigentlich vor sich geht. Und jetzt, da die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle mit einer Einhundertfünfzig Werke, darunter seine Gemälde und Skulpturen, zählenden, wohl bisher umfangreichsten Retrospektive in die Vollen gegriffen hat, zeigt sich anhand von Rezensionen, dass der Kreis derjenigen, die dem Werk des Künstlers noch etwas abgewinnen können, nicht nur immer kleiner geworden, sondern fast auf Null geschrumpft ist. Wer wagt es da noch, eine prolüpertzsche Position einzunehmen, wenn auch demjenigen herbe Polemik droht, der wie der Direktor Robert Fleck das Werk noch einmal zur Besichtigung freigibt. Prompt muss er sich den flotten Vorwurf gefallen lassen, er habe sich wohl vor den Karren der Galerie Werner spannen lassen, mit der der Künstler seit Jahrzehnten „in Symbiose“ lebe. Der Vorwurf fehlender Unabhängigkeit wird hier recht leichtfertig erhoben und die Frage, was den Ausstellungsmacher interessiert und bewegt hat, erst gar nicht gestellt. Dass es da tatsächlich des „Mutes“ bedarf, von dem Werner gegenüber Fleck vor einigen Jahren sprach, heute noch für Lüpertz zu plädieren, ist damit fast …

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang


von Heinz-Norbert Jocks

Weitere Artikel dieses Autors