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Gespräche mit Künstlern · von Jens Rönnau · S. 208 - 219
Gespräche mit Künstlern ,

Manaf Halbouni

Denkanstöße – Mahnmale braucht man gar nicht
Ein Gespräch von Jens Rönnau

Plötzlich stand er im Rampenlicht der Kunstszene: Manaf Halbouni. Der 1984 in Damaskus geborene Syrer mit deutscher Mutter und syrischem Vater hatte in Damaskus sein Kunststudium begonnen und 2008 sein Land verlassen, weil er dort nicht zum Militär wollte. Stattdessen bewarb er sich bei der Bundeswehr, wurde aber nicht angenommen. Halbouni studierte dann Bildhauerei in Dresden, seiner Wahlheimat, aus der seine Familie mütterlicherseits stammt. Seine subversiven Kunst-Aktionen inmitten von Pegida-Demonstranten machten ihn bekannt und zogen Einladungen zu internationalen Ausstellungen nach sich. 2017 erfolgte seine weltweit beachtete Installation „Monument“ mit drei aufrecht gestellten Bussen in Dresden und Berlin. Gerade endete seine erste museale Einzelausstellung in der Lübecker Kunsthalle St. Annen. Deren neue Leiterin Antje-Britt Mählmann hatte den Künstler bereits 2017 in der Gruppenausstellung „Your Story. Geschichten von Flucht und Migration“ in der Kunsthalle Emden mit einer Arbeit gezeigt.

Jens Rönnau: Richtig bekannt geworden bist Du eigentlich, weil Du dich mit einer Objektinstallation in Dresden in eine politische Demonstration eingemischt hattest: „Sachse auf der Flucht“. Was hatte dich dazu gebracht?

Manaf Halbouni: Diese Arbeit habe ich 2015 zu Zeiten der Pegida-Protestaktionen gestartet. Da bin ich mit einem vollgepackten Auto auf die Pegida-Demos gefahren und hab mich als „Sachse auf der Flucht“ hingestellt. Dazu hab ich den Dialog gesucht. Ich wollte verstehen, was sie bewegt und warum sie so sind wie sie sind und warum sie die extremen Meinungen hatten. Das habe ich mehrere Montage hintereinander gemacht, bin aber wenig…


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