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Titel: This is Not a Love Song – Kunst und Musik · von Christian Schwandt · S. 130 - 141
Titel: This is Not a Love Song – Kunst und Musik ,

Sumpfblasen, Sumpfgase, Irrlichter

Bayreuther Festspiele und die Bildende Kunst
von Christian Schwandt

Vor 150 Jahren, im März 1870, erfand Richard Wagner1 im Schweizerischen Exil die Bayreuther Festspiele. In der kleinen fränkischen Stadt sollte sein „Gesamtkunstwerk der Zukunft“ Gestalt annehmen. 1871 kam Wagner erstmals nach Bayreuth, ein Jahr später zog er dorthin. Er träumte von einer Art antikem Theaterfest, in dem zuerst sein Ring des Nibelungen, schließlich seine anderen sechs Hauptwerke Tannhäuser, Der Fliegende Holländer, Lohengrin, Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal gegeben werden sollten. Ein Festival für Oper, und zwar nur für zehn bestimmte Wagner-Opern. Vom 13. bis 30. August 1876 fanden die ersten Bayreuther Festspiele statt, bei denen der Ring des Nibelungen zum ersten Mal vollständig und zusammenhängend aufgeführt wurde. Siegfried und Götterdämmerung wurden uraufgeführt. Heute sind die Bayreuther Festspiele ohne Zweifel das prestigeträchtigste Opernfestival Deutschlands, wenn nicht gar Europas.

Aber welche Verbindung hat diese „Kultstätte mit weltanschaulicher Mission“2 (Wagner-Enkel Franz Beidler) eigentlich mit Malerei und Bildender Kunst? Die Faszination ist von Beginn an verbürgt. Franz Liszt nennt das Bayreuth des Jahres 1876 den deutschen „Musenhof“. Bei den ersten Festspielen kamen neben dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und dem brasilianischen Kaiser Dom Pedro II. zwei Staatsoberhäupte und ungezählte Vertreter des Hochadels nach Bayreuth. Für die Wirkungsgeschichte der Festspiele war wichtiger, welche Musiker und bildenden Künstler anreisten: Unter den Komponisten waren die berühmtesten Bruckner, Grieg und Tschaikowsky, bei den Malern Franz von Lenbach, Hans Makart und Adolf Menzel. Lenbach war der Hausmaler der Familie Wagner. Arnold Böcklin, der damals im…

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