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Essay · von Roland Schappert · S. 226 - 229
Essay ,

Unsichtbarkeit Bildender Künstler*innen

von Roland Schappert

29 10 2020 Um 00:43 Uhr lese ich auf tagesschau.de: „Bereits im Frühjahr waren Kultureinrichtungen wochenlang geschlossen. Mehrere Verbände halten es für unverhältnismäßig, dass ihre Häuser trotz Hygienekonzepten nun wieder dichtmachen sollen. Es gebe bisher ‚keine gemeldeten Fälle von Museen als Infektions-Hotspots‘, hatte etwa der Deutsche Museumsbund vor den Beratungen mitgeteilt. Ähnlich argumentieren die Kinoverbände, die Deutsche Orchestervereinigung, der Deutsche Bühnenverein und die Spitzen organisation der Filmwirtschaft (SPIO).“1 Das ist ärgerlich. Ich denke an die vielen Ausstellungen meiner Kolleg*innen und an meine eigene Ausstellung im Kunstverein Ruhr in Essen, die in ein paar Tagen frühzeitig geschlossen wird. Lesungen und Veranstaltungen finden nicht mehr statt. Museen zahlen weiterhin Betriebskosten, Kabarettist*innen bleiben zuhause.

Um 08:30 Uhr wache ich mit meinem Nachtgedanken auf: „Kunst als Isolation.“ Am selben Tag lese ich auf tagesschau.de über die aktuellen Einschränkungen für den November, die nächsten Montag bundesweit in Kraft treten. Ausstellungen, Museen, Kunstvereine, Galerien oder Lese bühnen finden keine Erwähnung: „Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Gottesdienste bleiben erlaubt – unter Beachtung der Hygieneregeln.“2 Ich informiere mich sehr gerne auf tagesschau.de, weil ich dort das Gefühl bekomme, ein ganz normaler Bürger zu sein und mich nicht in einer Kulturblase aufhalte. Freizeit ist nicht mehr angesagt. Ich wäre eh nicht ins Wettbüro gegangen. Aber leider kann ich die Sauna meines Fitnessstudios nicht mehr aufsuchen.

30 10 2020 Ich lese in der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen…

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