Ausstellungen: Münster · von Renate Puvogel · S. 243
Ausstellungen: Münster ,

Münster

Mary Beth Edelson

Nobody Messes with Her

Kunsthalle Münster 15.12.2018 – 10.03.2019

von Renate Puvogel

Mary Beth Edelson – diesen Namen kennen hierzulande fast nur Insider. Dabei war die amerikanische Künstlerin seit den 1970er Jahren eine wichtige Stimme in der feministischen Kunst. Mit ihrer ersten Einzelausstellung in einer deutschen Institution startet die neue Leiterin der Kunsthalle Münster Merle Radtke programmatisch. Geboren 1933 in East Chicago, betätigte sich Edelson zum einen aktiv an öffentlichen feministischen Aktionen und äußert sich andererseits künstlerisch in vielerlei Medien, in Malereien, Collagen, Skulpturen, Postern und Fotos; dabei sind die Artefakte vielfach aus Performances in Atelier, Galerie und insbesondere in der Landschaft hervorgegangen. Diese rituellen Performances der vielfach nackten Künstlerin sind der direkte, lautstarke Ausdruck ihres persönlichen Einsatzes, mit welchem sie innerhalb der Gesellschaft den Frauen zu ihrem Recht verhelfen will. Es war und ist überfällig, die Frau nicht als durch den Mann definiertes Objekt zu sehen, sondern als eigenständiges Subjekt in ihrer weiblichen Identität zu werten. In den frühen Arbeiten, z. B. der Serie „Woman Rising“ von 1973 – 77, übermalt oder collagiert sie die Performance-Fotos mit sprechenden Symbolen antiker Göttinnen und Kultfiguren, um die mythischen Kraftspeicher wiederzubeleben und für eine weiblich (mit-)bestimmte Gegenwart nutzbar zu machen. Mehrfach zieht Edelson die irisch-keltische Figur der Sheela-na-gig mit ihrer auffallend dargestellten Vulva heran. Vergleichbar hat auch Judy Chicago in ihrer bekannten Installation „Dinner Party“ (1974) Metaphern weiblicher Gestalten von der Vorantike bis in die Jetztzeit bemüht. Edelsons Vertrauen in den belebenden Einfluss der Natur zeigt sich sinnbildlich in mit Selbstauslöser geschaffenen, mehrteiligen…

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